September
02

Newsticker Süddeutsche Zeitung:

“Fast sechs Wochen nach dem Loveparade-Unglück will der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland heute im Innenausschuss des NRW-Landtags zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung nehmen. Die Stadt Duisburg hatte einen Abschlussbericht vorgelegt, in dem sie jede Verantwortung für die Katastrophe mit 21 Toten zurückweist. Gegen Sauerland läuft ein Abwahlverfahren im Duisburger Rat. Der Chef des Veranstalters der Loveparade, Rainer Schaller, wird sich nicht den Fragen der Politiker stellen, er schickt Vertreter.”

Es soll nicht um die Frage der Schuld gehen. Diese Frage wird juristisch wahrscheinlich niemals zu klären sein, moralisch hat sie jeder Einzelne der Betroffenen für sich zu klären.

Es soll auch nicht um die Frage gehen, wie Beteiligte, egal ob Politiker, Beamter oder Unternehmer, mit der moralischen Verantwortung umgehen, zu welchen Konsequenzen sie für sich gelangen.

Es kann ersteinmal nur um die Hinterbliebenen gehen, denen dieses unwürdige Schauspiel keinerlei Fixpunkt bietet, anhand dessen man verstandes- und gefühlsmässig ansetzen kann, das Geschehene zu verarbeiten. Ob als Angehöriger eines der Opfer, als Beobachter des Geschehens oder … als Opfertäter. Junge Menschen, die durch eine unkontrollierte Menschenmasse gezwungen wurden, andere zu Tode zu treten.

Wenn es um die Politik geht, so möchte man natürlich so schnell wie möglich Gras über die Sache wachsen sehen. Doch zurück bleibt ein Tunnel, der für alle Zeiten eine Wunde im Stadtbild bleibt.

Nach dem üblichen Medienrummel kommt nun vielleicht die Zeit derer, die dazu beitragen, das Geschehene zu dokumentieren und Stoff zu liefern, der dazu dient, Dinge aufarbeiten zu können, und Wunden verheilen zu lassen.

Juli
18
Skizze zum Projekt Mauermenschen, Menschmauern

Skizze zum Projekt Mauermenschen, Menschmauern

Zwei Termine werden mich in der Zeit nach den Ferien beschäfigen. Einmal die stART10 am 9.Sept. in Duisburg, und einmal das Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung am 3. Okt 2010, zu dem wir ja bereits an anderer Stelle Ideen und Arbeiten entwickelt haben (Siehe: “Die Mauer bleibt” von Michael Weber und “Mauerreste” von Grit Höhn ).

Thema der Startkonferenz wir der Einsatz von socialen Netzwerken für Kunlturbetriebe sein, und hier auch unter anderem mit dem Schwerpunktthema  Museen.  Also ein Thema, was aus meiner Sicht excellent zu dem Ansatz der spursuche paßt. Und der Rahmen bietet eine hervorragende Möglichkeit, das Diskutierte in einem Projekt einmal in praktische Arbeit umzusetzen.

Habe ich alleine schon aus Gründen des Copyrights in meinen Arbeiten üblicherweise Fotografien verwendet, die ich selber erstellt habe, so bin ich bei “Leaver Britney Alone” das erste mal ein Stück weiter gegangen. Ich habe mich Materials bedient, daß  von anderen gemacht worden ist, und das , wie hier in Form von Videos, bereits von vielen Internetusern verfremdet und parodiert worden ist. Was passiert mit einem Werk, wenn es den eigentlichen, klassischen Betrachter in den Prozess des Werkes ganz bewußt einbezieht? Eine Frage , die ich sehr bewußt bezüglich der Hobbiisten-Diskussion einmal fragen möchte.

Aus diesem Grund habe ich beschlossen, die beiden Termine und die damit verbundenen Ausstellungen zu einem Projekt zusammenzufassen.

Die Idee ist, eine Mauer zu bauen aus einzelnen Steelen, jede 40 cm breit und 1.80 Meter hoch. Bei jeder einzelnen dieser Steelen soll es sich um eine Collage (übermalte Fotos, Schriftstücke, Tagebucheintragungen, Eintrittskarten oder sonstige Erinnerungsstücke) eines einzelnen Menschen oder einer Gruppe handeln. So, wie sie den Tag der Grenzöffnung erlebt hat, und so, wie sie heute lebt, und welche Bedeutung dieses Ereignis in ihrem/seinen Leben spielt.

Ich suche hierzu Menschen, die aktiv an diesem Projekt mitarbeiten, in der Form, daß sie mir Materialien zu Verfügung stellen. Gescannte Fotos schicken, Texte, Erzählungen etc.

Aus diesem Materialien werde ich Portraits in genannter Grösse anfertigen, die dann im Rahmen der stART10 ausgestellt werden, sowie in der Galerie Pack of Patches. Termine hierfür werde ich an dieser Stelle noch bekannt geben.

Da ich noch nicht genau weiß, welche Flächen ich jeweils für die Ausstellung zu Verfügung haben werde, möchte ich die Zahl ersteinmal auf 15 beschränken, was aber gegebenenfalls erweitert werden kann. Verbindlich werde ich die Portraits erst dann zusagen, wenn tatsächlich genug aussagekräftiges Material der entsprechenden Person vorliegt. Selbstverständlich wird über die Art der Veröffentlichung des Materials eine Vereinbarung geschlossen, das aber seperat, und nicht hier im öffentlichen Raum.

Als Kontakt nutzt bitte einfach diesen Blog hier. Da auch bereits die Diskussion um das Thema Bestandteil der Ausstellung sein wird, dazu aber an anderer Stelle noch mehr.

Bis dahin gilt… wer zuerst kommt, wird zuerst gemalt ;-)

Juli
16

“Soziale Medien haben in Schweizer Institutionen und gerade auch im Museumskontext einen nicht allzuguten Ruf. Das grundsätzliche Problem liegt wohl darin, dass gerade im mitteleuropäischen Raum die Trennung zwischen Hochkultur und Populärkultur nach wie vor Gültigkeit hat. Dass Museen sich in der Kommunikation der populistischen sozialen Medien bedienen, hat an sich schon etwas Anrüchiges.”

 

Über Facebook hat Christian Henner-Fehr einen sehr interessanten Artikel zu den Schweirigkeiten der schweizerischen Kulturinstitutionen mit dem Social Network gepostet. Bei dem Bericht handelt es sich um die Zusammenfassung eines Workshops zu dem Thema.

Er gibt ein Gefühl für die Vorbehalte, die gegenüber den neuen Medien von Seiten der offiziellen Kulturträger bestehen, und gibt auch erste Antworten darauf, worin diese begründet liegen.

Dagegen stehen klare Vorteil im Umgang mit den Medien. Hier bedarf es noch massiver Überzeugungsarbeit.

Im Zusammenhang hierzu freue ich mich auf die Ausstellung der spursuche bei der stART10  in Duisburg, wo wir genau dieses Thema aufgreifen werden. Ein erstes Interview mit dem Mitinitiator Frank Tentler findet ihr hier.

 

Juli
06

… von einem Bild.

 

Eine Zeile aus einem Song, den ich vor Jahren geschrieben habe.

 

“Mach mir ein Bild,

von einem Bild,

wenn Wirklichkeit

nicht mehr bewirkt,

dann gilt

nur unsere Welt

die uns dann

auf den Beinen hält.”

 

Das Ganze ist jetzt eine Aktion auf Facebook. Hier werde ich in unregelmässigen Abständen ohne Ankündigung Bilder zeichnen, die andere Leute in Form von Handyfotos etc auf ihren Profilen geparkt haben. Es macht tierisch Spass, da zu stöbern. Dadurch, daß die Aufnahmen in der Regel Schnappschüsse sind und meist ja auch keinerlei künstlerischen Anspruch erheben, sondern lediglich Erinnerungen festhalten sollen, haben sie etwas dokumentarisches, was mich sehr reizt.

Ausserdem bin ich sehr gespannt auf die Reaktionen der Leute. Denen ja letztlich einfach ein Bild vom Profil geklaut wird.

Wer Spaß daran hat ist herzlich eingeladen. Steht noch alles am Anfang…. aber das tut man ja letztlich immer ;-)

Juni
16
dpa
Das Wiener Leopoldsmuseum bietet ihm eine Bühne: Otto Muehl in einer Aufnahme von 1998. Foto: dpa
Es rauscht gerade durchs Internet. Zugrunde liegt ein Artikel der Stuttgarter Zeitung von heute.
Kunst hat die Aufgabe, Fragen zu stellen. Tabus anzutasten, Selbstverstämdlichkeiten zu hinterfragen, in Frage zu stellen. Erkenntnis stellt sich oftmals erst ein, wenn man zu ihr “provoziert” wird.
Die Frage die sich jedoch im Falle von Otto Muehl stellt ist, ob es hier nicht irgendwann Grenzen gibt. Und wo diese Grenzen liegen.
Natürlich ist es längst Gang und Gäbe, das man Künstlern ihre Eskapaden verzeiht, diese sie vielleicht sogar authentisch werden lassen. Selbst dann, wenn sie  bestehender Gesetze brechen.
Doch liegt es im Wesen der Provokation, daß man sie, um sie noch zur Wirkung bringen zu können, immer höher dosieren muss. Auf einer nach oben offenen Skala.
Wo ist das Ende? Beziehungsweise wo ist der Punkt, an der Kunst umschwenken muss um sich gegen dieses Naturgesetz der Massenkommunikation zu wenden?
Juni
15
Acryl und Bleistift auf Leinwand, 70x50 cm
Acryl und Bleistift auf Leinwand, 70×50 cm

 

… an jedem Kreuz

des Weges

das Immergleiche

in stets anderer Gestalt

 

Jede war nur Wiederholung

doch in sich

unverwechselbar.

Juni
12
Acryl auf Papier

Acryl auf Papier

Gestern hatten wir mittlerweile das vierte Event mit Bushido. Kennegelernt hatte ich ihn vor einigen Jahren, als ich im Auftrage seines Labels “ersguterjunge” die von ihm gegründete Girlgroup “Bisou” gemanagt habe. Seitdem trifft man sich in regelmässigen Abständen, zuletzt bei der Präsentation seiner Biographie oder der Veröffentlichung des Soundtracks zu seinem Kinofilm “Die Zeiten ändern Dich”.

Bushido ist aufgrund seiner Texte umstritten. Auch unsere Moderatorein Jamine La Noutelle hatte es auf der Bühne nicht leicht mit Bushido , Fler und Kay One. Er polarisiert. Je mehr die einen ihn hassen, desto mehr lieben ihn seine Fans dafür.

Doch eins kann man ihm sicherlich nicht absprechen: er hat kompromislos sein Dingen  gemacht. Weit ab von seichtem Popgeplätscher und weichgespülter Heiterkeit hat er Dinge ausgesprochen, die sicherlich nicht jedem passen, aber dennoch eine Menge Menschen ansprechen.

Er ist einer, wenn nicht der Begründer des deutschen HipHop und hat in der deutschen Musik eine deutliche Spur hinterlassen.

Ich selber habe ihn als smarten und kompromislosen Künstler kennengelernt und als intelligenten und knallharten Geschäftsmann, der weiß, die Klaviatur eines immer komplizierter werdenden Musikmarktes virtuos zu spielen.

Juni
07

Ich  bedaure es, daß Cornelius und Michele (oder wieder Michael Weber) aus der spursuche aussteigen. Meine Absage der Ausstellung in Österreich hat ausschliesslich private Gründe, die ich an dieser Stelle nicht erläutern werde.

Jedoch weiß ich, daß Zäsuren immer etwas positives haben.

Für die spursuche hat dies als Folge , daß sie konsequenter  ein bundesweiten Netzwerk an Galeristen, Interessenten und Medien aufbauen wird, beziehungsweise vorhandene Netzwerke stärker als bisher involviert.

Das Manifest, daß Cornelius mit recht als sein geistiges Eigentum bezeichnet, wird gelöscht, da viele Punkte sich überholt und sich als zu statisch erwiesen haben.

Die spursuche wird mit neuen Gesichtern wieder zurück zur ihrer Ursprungsidee gehen.

Eine moderne Antwort auf die Veränderungen im Kunstmarkt.

 

Michael Strogies

Juni
06

Liebe Besucher der Spursuche,

heute erfuhr ich vom Ausstieg von “Michele” aus der Gruppe. Schon vorher erfuhr ich nur durch Flüsterpropaganda, dass Michael Strogies nicht bei der Ausstellung in Villach dabei sein wird und ich mit “Michele” allein dort ausstellen und anwesend sein werden. Für uns und dankenswerter Weise für Dorothe kein Problem, es ist dann halt keine Ausstellung von “spursuche” sondern von uns als Einzelpersonen. Ich habe mit “Michele” vorhin telefoniert und wir freuen uns auf die Ausstellung. Eine weitere Frage ist die zugesicherte Ausstellung zur Vereinigung vor 20 Jahren. Wir haben bereits Arbeiten angefertigt und stehen mit diesen parat, allerdings dann auch ohne den Titel “spursuche”! Was wird können wir nicht sagen.

Ich für meinen Teil werde allerdings in Zukunft lieber Einzelprojekte mit dem von mir überaus geschätzten und bewunderten Kollegen Michael Weber durchziehen denn irgend etwas mit und in “spursuche” machen! Für mich ist dieses Experiment, das mir viele neue und auch positive Erfahrungen eingebracht hat, zuende. Ich werde mich verstärkt auf eigene Projekte stürzen.

Die von mir verfassten Texte und eingestellten Bilder bleiben als Zeitdokumente vor Ort. Viele Gedanken habe ich mir über die Seiten “10 Thesen zur Kunst” und “Manifest” gemacht, die beide von mir verfasst wurden. Ich werde auch diese als Zeitzeugnis im Blog belassen, allerdings mit einem Sperrvermerk versehen, da ich diese nicht als Arbeitsmaterial, sondern als abgeschlossene Text so erhalten sehen möchte. Schließlich bin ich der Urheber.

Somit ist derzeit Michael Strogies allein die “Gruppe”. Mir tut die Entwicklung, gerade nach der Ausstellung in Zandvoort extrem leid, sie scheint aber unumgänglich.

Mit besten Grüße

Cornelius Rinne

Juni
06

…ist ab sofort wieder Michael Weber.

Meine Mitarbeit an der Spursuche ist mit dem heutigen Tag beendet. Ich will und werde hier nicht auf die Gründe eingehen. Meine Artikel, Bilder etc. können hier bleiben. Sie sind ja so etwas wie ein Zeitdokumente und dies alles hat ja auch sehr viel Freude gemacht. Ich habe hier viel gelernt und einige sehr nette Menschen kennengelernt. Dafür mein Dank. Den angekündigten Termin in Villach werde ich noch, gemeinsam mit Cornelius, wahrnehmen. Alles weitere steht in den berüchtigten “Sternen”.

Den Namen “Michele” lasse ich aus tiefer Überzeugung hier zurück.In Zukunft wird er wieder ausschliesslich meinen Freunden vorbehalten sein.

Tschüss,Michael!

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