21@2010

Newsticker Süddeutsche Zeitung:
“Fast sechs Wochen nach dem Loveparade-Unglück will der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland heute im Innenausschuss des NRW-Landtags zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung nehmen. Die Stadt Duisburg hatte einen Abschlussbericht vorgelegt, in dem sie jede Verantwortung für die Katastrophe mit 21 Toten zurückweist. Gegen Sauerland läuft ein Abwahlverfahren im Duisburger Rat. Der Chef des Veranstalters der Loveparade, Rainer Schaller, wird sich nicht den Fragen der Politiker stellen, er schickt Vertreter.”
Es soll nicht um die Frage der Schuld gehen. Diese Frage wird juristisch wahrscheinlich niemals zu klären sein, moralisch hat sie jeder Einzelne der Betroffenen für sich zu klären.
Es soll auch nicht um die Frage gehen, wie Beteiligte, egal ob Politiker, Beamter oder Unternehmer, mit der moralischen Verantwortung umgehen, zu welchen Konsequenzen sie für sich gelangen.
Es kann ersteinmal nur um die Hinterbliebenen gehen, denen dieses unwürdige Schauspiel keinerlei Fixpunkt bietet, anhand dessen man verstandes- und gefühlsmässig ansetzen kann, das Geschehene zu verarbeiten. Ob als Angehöriger eines der Opfer, als Beobachter des Geschehens oder … als Opfertäter. Junge Menschen, die durch eine unkontrollierte Menschenmasse gezwungen wurden, andere zu Tode zu treten.
Wenn es um die Politik geht, so möchte man natürlich so schnell wie möglich Gras über die Sache wachsen sehen. Doch zurück bleibt ein Tunnel, der für alle Zeiten eine Wunde im Stadtbild bleibt.
Nach dem üblichen Medienrummel kommt nun vielleicht die Zeit derer, die dazu beitragen, das Geschehene zu dokumentieren und Stoff zu liefern, der dazu dient, Dinge aufarbeiten zu können, und Wunden verheilen zu lassen.




