Der Dress-Code oder : Wie sage ich es, ohne zu reden.
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Die Flut der Bilder ist voll von Konnotationen. Sie führen indem sie verführen, und hinterlassen dabei sehr subtil komplexe Botschaften. Visuelle Codes komprimieren komplexe Lebenswelten zu einfachen Zeichen, die attraktiv präsentiert schnell und effektiv kommunizieren.
Einer der alltäglichsten Codes ist der Dress-Code. “Dressed for the Moment” wie der gängige logan einer Textilkette lautet. Bedeutet nichts anderes wie : Zum richtigen Moment die richtige Botschaft auf der Haut tragen. Damit sind nicht irgendwelche auf T-Shirt gedruckte Parolen gemeint, sondern die straffe Kommunikation, die über das passende Outfit geführt wird. Egal ob der Businesslook, der Seriosität oder Dynamik ausstrahlen soll, oder der Pelz, oder die zerrissene Strumpfhose. Mode ist Statement.
Und ist dazu in der Lage, komplexe Gefühlswelten auf einfache Zeichen zu reduzieren. In der Welt der schönen Bilder wird nichts so perfekt in Szene gesetzt wie Mode.
Yulanya Latargo ist eines dieser Models, die dazu in der Lage ist, Mode in all ihren unterschiedlichen Sinnzusammenhängen zu präsentieren.
Im Gegesatz zu anderen Models, die oftmals Gefahr laufen, zum Produkt ihrer eigenen perfekten Präsentation zu werden, hält sie jedoch den Abstand zu all dem.
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Plötzlich ist das Model nicht mehr nur bloßes Trägermaterial emotiongeladener Produktwelten. Das Model selbst wird pure Emotion, statt verführerisch weiche Stoffe auf der Haut trägt sie die Botschaft “Hasse mich” in die Haut geritzt.
Bitte warten ...
Was ich bei Kleidung auch immer auffällig finde, ist, dass sich das Verhalten der Menschen ändert. Ich war zusammen mit einem Wirtschaftsprüfer Mitglied in einem Vereinsvorstand. Kam er in normal im Freizeitdress, verhielt er sich wesentlich kompromissbereiter als in Anzug und Krawatte. Dann ließ er immer den Kämpfer raushängen.
Wahrscheinlich ist so auch das teils merkwürdige Verhalten während des Karnevals zu erklären.
Cornelius - 11. November 2008 um 15:48 Uhr
Ich hätte am liebsten Röntgenaugen, mich interessieren Menschen am meisten, wenn sie nackt sind.
Man sieht dann so viel mehr von ihrem eigentlichen Charakter als wenn sie sich hinter Kleider verstecken.
Was mich auch immer - so wie Cornelius schon schrieb fasziniert, ist, wie unterschiedlich Menschen auftreten, wenn sie z.B. einen Badeanzug oder normale Kleidung anhaben.
Die King und Queens der Badeanstalten sind fast nie identisch mit den Kings und Queens von anderen gesellschaftlichen Veranstaltungen …
Karin Rindler - 23. Januar 2009 um 20:36 Uhr
Ja, Cornelius, die Sache mit Anzug und Krawatte habe ich auch schon erlebt. Das ist wohl auch mit ein Grund, warum sich manche Manager trotz lockerer werdender “Kleidungsvorschriften” nach wie vor gerne mit Schlips und Kragen vor all zu wenig Distanz schützen.
Und sogar bei mir selber merke ich oft, dass ich mich je nach Gewand, das ich trage, anders bewege - ob sich damit auch ein “gefühltes” anderes Auftreten einleitet, weiß ich noch nicht so recht.
Ein spannendes Thema
barbara-rapp - 27. Januar 2009 um 10:06 Uhr
Ich glaube schon, daß Kleidung in zweierlei Richtung ausstrahlt. Zum einen nach aussen: Ich strahle in mein Umfeld einen Code aus, der mich in ein Verhältnis zur situation setzt, in dem ich mich bewege. Ich entspreche den Erwartungen, was mir eine gewisse Sicherheit gibt, oder widerspreche ihnen, was mich dann verunsichert. Beispielsweise wenn man aus irgendwelchen Gründen nicht “passend” gekleidet ist. Oder man bewußt aus dem Rahmen fallen will. Kleidung ist in jedem Fall ein Statement zur jeweiligen Situation. Ich finde es ein sehr spannendes Kommunikationsmittel.
So wie Karin es beschrieben hat, zeichne ich auch die Personen sehr gerne als Akt. Kommt vielleicht auch noch aus der Studentenzeit, in der man beim Aktzeichnen ja immer Analyse betrieben hat. Aber ich finde es z.B. auch immer spannend, wenn man beim Fotoshooting die gleiche Person in verschiedenen Outfits fotografiert. Und tatsächlich posen dann auch erfahrene Models je nach Outfit unbewußt völlig unterschiedlich.
Michael Strogies - 27. Januar 2009 um 10:47 Uhr
Ein Kleid also als Verkleidung !
Das wäre die Schlussfolgerung darauf was auch Barbara schon beschrieben hat. Und dann wird es tatsächlich zum Kommunikationsmittel.
Wir befinden uns im Rheinland, kurz vor, bzw. schon mittem im Karneval… da passiert doch eigentlich nichts anderes: man wählt eine Kleidung und schlüpft damit in eine Rolle.
Körperhaltung und Ausstrahlung ändern sich quasi per Knopfdruck !
Ähnlich verhält es sich doch, wenn man sich “besonders chic” machen möchte… und spätestens 1 Std. später feststellt, wie unbequem und unnötig das alles ist .
eWas machen die MEnschen, die jeen Tag in diese Rolle schlüpfen MÜSSEN ? Die “Anzugträger” in der Bank ?
Weg mit dem “Dress Code” um mehr Menschlichkeit zu erfahren ?
Ein wirklich spannenden Thema ….
Mona Schwenker - 10. Februar 2009 um 18:34 Uhr
Nicht wirklich als Verkleidung, sondern eher als Schutzmantel um im gewünschten Umfeld einzutauchen oder aufzutauchen.
Es kann aber auch, wie bei der Designertruppe von Oililly, Ausdruck des Befindens sein. Wenn mir nach Streifen, Blümchen und Karos ist, ziehe ich das halt an und lass mich nicht von Konventionen einschränken.
Cornelius - 11. Februar 2009 um 07:15 Uhr
Die Frag bleibt aber, warum ist dir danach…..natürlich aus einem Befinden heraus, aber doch auch , um einfach klare Signale zu senden oder Zugehörigkeiten zu definieren, was letztlich auch wieder einer Aussage gleich käme. In Anzug und Krawatte beispielsweise auf eine Karnevalsparty zu gehen, ist auch eine Aussage.
In Köln z.B. eine sehr provokative :-))
Es fängt an bei Uniformen, geht über die Kleidung von Gruppierungen (Punker, Emus, Hiphopper, die alle sehr strenge Dresscodes haben) oder auch die “Non-Konformisten-Uniform” der 60iger, nämlich lange Haare und zerschlissene Jeans.
Oder nehmt die Kleiderbeschau auf dem roten Teppich von irgendwelchen Veranstaltungen. Mode ist da Kommunikation.
Michael Strogies - 15. Februar 2009 um 18:47 Uhr
Klar, Mode IST Kommunikation - man liefert sich dem “Gerede” aus. Was ist mit den Stilbrüchen ? Die eine Aussage haben ? ! Warum in “schwarz” zu einer Beerdigung? Weil “man” es schon immer so gemacht hat…. für mich nicht möglich. Ich möchte auch DORT so sein, wie ich bin und das TRAGEN, wie ich mich fühle , kann eine Beerdigung nicht auch in reinweiß stattfinden ? In fröhlichem Bunt ? Was spricht dagegen ? Wollen wir weiter eine Rolle spielen, eine Nummer in einer verfügbaren Statistik sein ? Die Einzigartigkeit an den Nagel hängen ?
Mona Schwenker - 20. Februar 2009 um 12:23 Uhr
[...] bereits im Artikel über den Dresscode beschrieben, beschäftigt mich seit längerem auch Mode als Kommunikationsmittel. In diesem Fall [...]
Spursuche » wounded Danceress - 7. März 2009 um 10:16 Uhr
[...] bereits an anderer Stelle habe ich ja bereits auf die Kommunikation mit Mode hingewiesen, und werde das Thema sicherlich noch in weiteren [...]
» it`s so dreal - 21. Mai 2009 um 19:19 Uhr