Die Macht der schönen Bilder

In den letzten Tage habe ich dann wieder intensiver angefangen, an meiner Bilderwelt zu arbeiten. Wiederum waren es einige Shootings mit Models.

Das Ganze geht auf ein Bild zurück, was ich im Rahmen des Vanessa S. Cartoons einmal als Spaß mit Hayat, einem der Models entwickelt hatte, und was in Berlin ausgestellt war.

Das Ganze war eigentlich ersteinmal ein Spaß. Und zwar bin ich ja zur Zeit des Cartoons von vielen Kritikern in diversen Internetforen angegriffen worden, daß ich Cartoons nach Fotos gemacht habe. Und dann noch im Computer ;-) Für Hardcore-Zeichner ist das ein Verrat an der Sache, und muß eigentlich mit lebenslangem Kaufverbot von Bleistiften geahndet werden.

Naja, und ich habe dann zurückgeschrieben, eigentlich richtig. Warum eigentlich der Umweg über das Papier ? Warum nicht gleich auf das Model malen, und das wie im Kartoffeldruck auf die Leinwand abdrücken?! Schwierig wird es nur bei größeren Auflagen. aber das hängt nur von der Qualität des Models ab.

Hinter diesem Spaß war natürlich eine Menge Ernst. Weil die sogenannten Kritiker hatten ja gar nicht gemerkt, worum es mir bei dem Cartoon wirklich ging. Nicht das was war das entscheidenen, sondern eben das wie.

Nicht umsonst hatte ich mir die Welt der Musik zum Thema gemacht.

Es geht mir in der Arbeit eben um genau diese Frage nach der Realität in der wir uns bewegen. Wir machen uns, als Image über Zeitung/Tv oder einfach über unsere Kleidung. Wir präsentieren uns, wie wir gerne gesehen werden wollen, und nicht immer so, wie wir sind. Das fängt an bei der Wahl der Krawatte, geht über die Wahl des Autos vor der Tür, bis hin zu PR-Beratern und Schönheitschirurgen.
Nichts ist mehr wirklich, alles gemacht.

Und genau das ist das Thema, was ich über meine Arbeiten immer wieder thematisieren will. Da ist Hayat, gestylt für ihre Rolle. Dann gibt es eine Zeichnung von ihr, also ein Bild von einem Bild. Dahinter steckt sie…..nackt. Dann habe ich sie mit Farbe bestrichen ( :-) ) und wir haben diese Farbe von ihrem Körper auf eine Leinwand abgeklatscht. Daß Ganze erinnerte an eine Höhlenmalerei, und hat etwas sehr archaisches. Am Ende habe ich auf einer seperaten Leinwand einfach nur die Originalklamotten ausgestellt, die Hayat auf den ersten Bildern trug.

Was davon ist jetzt real. Eigentlich doch nur das Kleidungsstück am Schluß, oder?

2 Antworten zu “Die Macht der schönen Bilder”

  1. “Es geht mir in der Arbeit eben um genau diese Frage nach der Realität in der wir uns bewegen.”
    diesen satz kann ich sofort unterschreiben.
    finde ich hochinteressant, dieses experiment, weil ich dabei plötzlich über ganz andere dinge nachdenken muss …
    ansatz und ausführung ist völlig schlüssig, und verblüfft mich durch die direktheit der umsetzung.
    die leere hülle am ende ist für mich ein “fragment einer sprache”, die heute üblich ist und die unabhängig, ob sie mit inhalt gefüllt ist, verstanden wird …

    Karin Rindler - 4. April 2009 um 06:08 Uhr

  2. Die Direktheit der Umsetzung ist nett formuliert. Heute im Nachhinein finde ich es fast schon ein wenig grob :-)

    Aber tatsächlich mag ich die Arbeit nach wie vor auch. Es sind so die Ideen, die dir plötzlich durch den Kopf schiessen, völlig simpel in der Umsetzung. Man muß dabei nur vergessen können, daß man mal lange Zeit sich damit beschäftigt hat, zeichnen zu lernen. Und es einfach umsetzen.

    Tatsächlich werde ich noch mehr in diese Richtung arbeiten. Mich interessiert immer stärker das serielle, die kommentarlose Gegenüberstellen von gleichen Motiven in unterschiedlicher Umsetzung. Für mich entspricht das einer unterschiedlicher Interpretation des gleichen Sachverhaltes, je nachdem, unter welchen Kriterien man diesen angeht.

    Das letzte Bild hat darüberhinaus etwas sehr provozierendes. Ein Stück Wäsche einfach so auszustellen hat etwas voyeuristisches, und bei der Ausstellung habe ich tatsächlcih bemerkt, wie sich manch ein Besucher dabei ertappt gefühlt hat und sich nicht traute, genauer hinzuschauen. Ganz im Gegenteil bei dem Foto von dem Akt. Nacktheit ist etabliert durch Werbung etc. Aber ein Stück Wäsche ;-) Es lag wahrscheinlich auch daran, daß das gleiche Wäschestück auf den Bildern vorher getragen worden ist.

    Übrigens habe ich das ja wieder hier http://www.spursuche.de/?p=163 aufgegriffen.

    Michael Strogies - 4. April 2009 um 08:42 Uhr

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