Chaos und Struktur
“structured Girl” Skizze. Bleistift, Kugelschreiber und Kaffee auf Computerausdruck Nov.2008
Wie jede Spannung entwickelt sich auch creative Energie zwischen Polen. Seien sie inhaltlicher oder auch formaler Natur.
Zwei weitere Pole sind Struktur und Chaos.
In den Geisteswissenschaften bedeutet Struktur eine logische Ordnung von zusammenwirkenden Elementen (Wikepedia). Im Gegensatz hierzu das Chaos als ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung.
Doch auch im Chaos herrschen Strukturen, auch wenn diese nicht sofort klar ablesebar sind. Sie sind in der Regel nur komplexer, bzw stossen verschiedene Ordnungssysteme aufeinander, die sich gegenseitig beeinflussen, und somit nicht auf einen Blick analysierbar sind.
Jeder creativer Schaffensprozess beinhaltet diese beiden Pole. Creativität ist ein Prozess, der aus einer unendlichen Vielzahl von Eindrücken und gespeicherten Informationen , also einem Chaos, selektiert und priorisiert, um dann im ersten Schritt des Schaffensprozesses in sein genaues Gegenteil zu verfallen, nämlich der Entwicklung einer klaren Struktur. Sei es bei der Kompositionsstruktur eines Bildes, die Dramaturgie eines Theaterstückes, die Gliederung eines Romanes , das Versmaß eines Gedichtes.
In diese Struktur werden dann die inhaltlichen Elemente eingefügt. Doch auch diese unterliegen wiederum einem eigenen strukturellen System. Bei einem Gedicht z.B. ist im ersten Schritt das Versmaß das ordnende System, doch auch jede Zeile, die in dieses System eingegliedert wird, unterliegt einem eigenen, nämlich der Grammatik bzw dem Satzbau.
Auf die bildnerische Arbeit übertragen ist auf der einen Seite die Kompositionsstruktur des Bildes, dann aber auch die Systeme, die innerhalb eines dargestellten Objektes, z.B. einer Person gelten.
Hier beginnt dann eine spannungsreiche Interaktion verschiedener Ordnungssysteme. Mal fügt sich der Inhalt in das vorgegebene System ein, mal sprengt er es und fordert eine andere Form.
Als zusätzliches Ordnungsprinzip stehen dann auch die Einzelwerke eines Künstlers in einem logischen Zusammenhang. Sie lassen sich in Epochen ordnen, zeigen Entwicklungen und Veränderung im Gesamtwerk. Der Künstler entwickelt in seinem Werk eine stringente Logik, die sich in seinem Werk von Station zu Station aufbaut und wie eine permanente Struktur abzulesen ist.

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[...] ich auch in weiteren Bildern aufnehmen. Sie ist für mich der Gegenpol zu den festen statischen Strukturen die ich gerne für die gesamte Bildkonstruktion [...]
Spursuche » wounded Danceress - 7. März 2009 um 11:03 Uhr
Vielleicht hätte ich den Artikel auch besser Struktur und Organisch genannt. Wir hatten gerade das Massaker von Winenden. Es gibt online eine Menge Diskussionen. aber unterm Strich bleibt eigentlich schon jetzt die Erkenntnis, dass wir “strukturell” wenig ändern können. Wenn dann nur in unserem direkten Umfeld.
Aber das beschreibt eigentlich auch genau, worum es mir geht. Der Konflikt von Struktur und Individuum. wie verhalten sich Menschen innerhalb der Struktur, des Umfeldes, indem sie sich befinden.
Struktur…..das, was schon früher in meiner Jugend in meinen Zeichnungen auftauchte. Es waren Mauern, die einen einggengt hatten in seiner Entfaltung. Von diesen Mauern sind heute nur noch die waagerechten und Senkrechten geblieben, denen sich die Figuren oft anpassen, oder sich gegen sie wehren.
Michael Strogies - 14. März 2009 um 22:06 Uhr