wounded Danceress

120x80 cm, Acryl, H&M-Unterwäsche und Mullbinden auf Leinwand
Wie bereits im Artikel über den Dresscode beschrieben, beschäftigt mich seit längerem auch Mode als Kommunikationsmittel. In diesem Fall habe ich sie einfach mal in Form einer Collage eingearbeitet.
Die Figur der Tänzerin will ich auch in weiteren Bildern aufnehmen. Sie ist für mich der Gegenpol zu den festen statischen Strukturen die ich gerne für die gesamte Bildkonstruktion verwende.
Bitte warten ...
dieses werk als einzelposition will und kann ich noch nicht ausreichend kommentieren. ich “brauche” ein weiteres aus der geplanten serie dazu, um “meine story” darin zu finden.
barbara-rapp - 7. März 2009 um 19:44 Uhr
Ich arbeite gerade an einer kleinen Serie über das Thema. Eigentlich geht es inhaltlich darum, daß Jugendliche über die Medien und die Industrie sehr früh ihre Unschuld im Sinne ihrer seelischen Intergerheit verlieren.
Die Verletzungen, die ihnen durch Zwänge von Medien zugefügt werden, die sie viel zu früh altern lassen und viel zu früh in die Rolle zwängen, Verantwortung zu übernehmen.
Heute dann die Nachrichten über Winnenden und den Amoklauf.Ein Junge erschiesst Mitschülerinnen. Plötzlich haben die halbfertigen Arbeiten bei mir an der Wand eine ganz andere Bedeutung.
Michael Strogies - 11. März 2009 um 23:12 Uhr
Die Arbeit erinnert mich an ein anderes Werk.Ich kann es noch nicht genau einordnen.Die Idee geht in Richtung Kubismus.Wer eine eigene Idee hat,möge sich bitte melden.
Mir gefällt die fragile Einfachheit des Werks sehr-obwohl sich auf den zweiten Blick eine beispiellose Brutalität eröffnet.
Die Farbgebung ist stimmig und doch wieder nicht.Einerseits wirkt die Arbeit unfertig,wirft aber andererseits die Frage auf:”Was hinzufügen?”
Persönlich finde ich es schade aus dem Einzelwerk eine Serie zu machen,aber das ist mein Problem und nicht das des Schaffenden.
michele - 16. März 2009 um 15:57 Uhr
Ich muß von dem Bild noch ein besseres Foto machen. das hier ist im Atellier mit Blitzlicht entstanden.
Was das unfertige angeht, ging es mir tatsächlich im ersten Moment genauso. Auf der anderen Seite habe ich es mir angewöhnt, lieber zu früh Schluss zu machen, als das Bild totzuarbeiten. Immer gemäß dem alten Grudsatz des Herrn Picasso, das ein Bild ohnhein erst dann fertig ist, wenn es das Atellier verlassen hat
Die Brutalität, ja, wollte ich sehr bewußt. Aber auch ganz bewußt mit sehr einfachen, sparsamen Mitteln.
Amoklauf auf der einen Seite, heute ein Prozess gegen einen Mann , der 25 Jahre lang seine eigene Tochter eingesperrt und gequält hat. Diskussion über Brutalität in Games. Ist irgendwie eine merkwürdige Woche gerade.
Michael Strogies - 16. März 2009 um 20:00 Uhr
Ich habe ja noch eine Bringeschuld einzulösen ;).
Es hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe mich auf die (Spur)Suche nach der Arbeit begeben an die ich mich erinnert gefühlt habe.Ich bin fündig geworden.Allerdings nicht,wie vermutet,im Kubismus ,sondern im Surrealismus,und dort bei einem Künstler den man ,als Maler,garnicht so recht auf dem Sender hat.Es handelt sich um Man Ray und seine Arbeit aus 1915 mit dem Titel “Cut-out”.Ganz offengestanden musste ich selbst über mich lächeln als ich das Bild gefunden hatte.Es erschliesst sich sicher nicht ganz einfach warum mein Künstlerhirn ausgerechnet zu Michael`s Arbeit Paralellen gezogen hat,aber dennoch…….
Es ist etwas in der Komposition,dass die Erinnerung in mir wach gerufen hat.Eher ein Gefühl,eine Ahnung denn konkrete Wahrnehmung.Auf jedenfall spannend für mich und willkommener Anlass einmal wieder im Surrealismus zu “schmökern”.Leider konnte ich bislang das Bild von Man Ray im Net nicht finden.Sollte ich einen Link entdecken liefere ich ihn natürlich nach.Wenn jemand anderes weiterhelfen kann,würde es mich freuen.
michele - 17. März 2009 um 09:11 Uhr
Hi Michele
beim Surrelismus liegst du schon sehr richtig. Mit dem hatte ich es in meiner Jugend sehr. Man Ray war hier ganz sicher einer meiner Heroes, wie auch Gorgio de Chirico.
Und der Einfluß ist tatsächlich geblieben.
http://www.poster.de/De-Chirico-Giorgio/De-Chirico-Giorgio-Hector-and-Andromaca-1188802.html
Michael Strogies - 17. März 2009 um 13:13 Uhr
Schon ausgesprochen spannend wie sich solche Eindrücke dauerhaft festsetzen.Auch mich hat der Surrealismus ganz sicher stark beeinflußt - obschon man das in meinem heutigen Werk nicht mehr so richtig wahrzunehmen meint.Aber genau das ist vielen menschen nur schwer zu vermitteln.Wie kommt man zur Art Informel als Ausdrucksmittel,wenn die “Malerhelden” Frans Hals,Pablo Picasso und Piet Mondrian heissen?Ich hoffe,unter anderem,auch hier auf diesem Blogg diese “Spur” sichtbar machen zu können.Denn für mich ist sie so klar zu sehen in meinen Arbeiten,dass ich vergessen habe,es könne für “Zuschauer” anders sein.
Habe ich eigentlich schon gesagt,dass mir die Arbeit “wounded danceress” einfach gut gefällt - oder ist so etwas despektierlich in der Kunst?;)
Eine Frage noch:”Wieso ein englischsprachiger Titel?”
michele - 18. März 2009 um 11:02 Uhr
Im Bezug auf Man Ray erinnert es mich an folgendes, und vielleicht ist es das was du Michele meinst ?
http://4.bp.blogspot.com/_zsQQ5IGrXFg/R2Nz5KAq2QI/AAAAAAAAA9k/q4XuCyPjU1w/s320/ManRayJuliet.jpg
Und im Bezug auf den “englischsprachigen Titel” :
Mir geht es manchmal so, dass ich im Englischen einen stärkeren
Ausdruck finde als im Deutschen. Einen der tiefer geht, der mehr berührt , dazu würde es in der Deutschen Sprache mehrere Wörter in Anspruch nehmen…
Mona Schwenker - 18. März 2009 um 16:25 Uhr
Oder den hier:
http://www.lempertz.com/uploads/pics/139_b_popup.jpg
Durch den Kommentar habe ich gerade mal das erste Mal seit langem wieder mir Man Ray-Bilder angeschaut. Ist schon irre, wie der mit seinen Arbeiten Generationen von heutigen Fotografen beeinflußt hat. Und seine Arbeit mit hübschen Models kann ich auch nachempfinden….auch wenn sich da der Zeitgeist dann doch geändert hat
Was den englischen Titel angeht….mir springen die Titel oftmals beim Malen in den Kopf. Meistens nehme ich sie dann einfach, egal, ob sie sich für mich direkt erklären. Meistens kommt das dann aber.
Z.B. wußte ich vorher gar nicht, ob es den Begriff “Danceress” überhaupt im englischen gibt. Eigentlich kenne ich nur Dancer, der sowohl männliche als auch weibliche Tänzer meint. Aber ein wenig googeln, und es gab ihn.
Die Sprache, ist sehr stark davon abhängig, welche Musik ich beim Malen höre
Hier lief eine Schleife, in der unter anderem der Titel vorkam:
http://www.youtube.com/watch?v=30AVhf-ZLwM
Michael Strogies - 18. März 2009 um 18:01 Uhr
[...] Wie bereits an anderer Stelle habe ich ja bereits auf die Kommunikation mit Mode hingewiesen, und werde das Thema sicherlich noch in weiteren Kollagen vertiefen. [...]
» it`s so dreal - 21. Mai 2009 um 19:21 Uhr