Mona Schwenker : und noch etwas brennt in mir…

die Frage des Gewissens in der Kunst, beim Künstler..

Prostituieren wir uns nicht ?

Bin gespannt auf Meinungen, meine werde ich bewußt erst in einigen Tagen posten ..

Im Namen der Liebe

Im Namen der Liebe

29 Antworten zu “Mona Schwenker : und noch etwas brennt in mir…”

  1. IgittIgitt, MICHAEL wie krieg ich den blauen Rahmen weg und das Bild größer ? :-)) Du mein Superspecialschnelltechniker :-))

    Mona Schwenker - 1. April 2009 um 19:00 Uhr

  2. Gegenfrage: Nimmt dein hier gezeigtes Werk direkten Bezug auf deine Frage “Prostituieren wir uns nicht?” Die vielen Pfeile in alle möglichen Richtungen und auch die Kreisverkehrstafel lassen auf eine Unbeantwortung derselben deinerseits schließen. Auf ein noch Suchen und womöglich auch gar nicht Finden einer Art von Antwort ….

    barbara-rapp - 2. April 2009 um 08:33 Uhr

  3. Nein, die Pfeile deuten eindeutig zum ZIEL, der direkte Bezug liegt anderswo im Bild. In vielen Bildern.. nicht nur von mir, in allen Bilder der Welt …

    Mona Schwenker - 2. April 2009 um 08:43 Uhr

  4. Eine kleine Geschichte:
    Als ich Kind war erzählten die Erwachsenen,hinter vorgehaltener Hand,von geheimnisvollen Frauen die ihre Körper an Männer verkauften.Eine Schande,ein Skandal,den eigenen Körper für Geld hergeben!!!!!
    Mein Vater ging jeden Morgen (ausser Sonntags) zum “Bochumer Verein”(Stahlwerk in Bochum).Um 4 Uhr in aller Herrgottsfrühe!Tasche unterm Arm,Brote drin - müde noch!Zurück kam er frühestens kurz nach 14 uhr.Tasche unterm Arm,meist keine Brote mehr drin - und wieder müde!
    Ich war,wie gesagt noch klein,aber DAS das war für mich Prostitution,DAS war seinen Körper schändlich verkaufen!
    Nein!Ich bin Künstler und ich prostituiere mich nicht!

    michele - 2. April 2009 um 08:47 Uhr

  5. Betrachte es mal unter folgendem Aspekt:
    Prostitution (von lateinisch pro-stituere aus pro und statuere – nach vorn stellen, zur Schau stellen, preisgeben)……
    überleg mal was du von dir hergibst, was du tust und was du dafür bekommst … ich leih mir mal Cornelius’ Speuch : Denkenden Tag noch ..

    Mona Schwenker - 2. April 2009 um 08:53 Uhr

  6. Ach Mona!
    Wünsch mir doch lieber mal einen “nichtdenkenden”Tag,einen einzigen nur:(….bitte;).
    Prostitution ist für mich nichts grundsätzlich verwerfliches.Ich stelle mich zeitlebens schon ,und gern,zur schau.Eigentlich wäre ich viel lieber Popmusiker geworden - aber das hat leider nicht geklappt und so muss der bildende Künstler halt reichen.
    Ich bleibe dabei, in der von mir oben definierten Art und Weise prostituiere ich mich nicht(mehr).In deiner Definition wohl schon -so what?It`s part of the art!

    michele - 2. April 2009 um 09:08 Uhr

  7. Als bildender Künstler stellst Du ja ersteinmal nicht Dich aus, sondern deine Arbeiten. Das bedeutet, daß Du ja zu jedem Zeitpunkt Kontrolle Du darüber behälst, wieviel und in welcher Art und Weise Du von Dir ausstellst. Und auf welche Deiner Eigenschaft Du den Focus setzen willst.

    Das zweite ist dann die Motivation, warum du es tust. Um Geld damit zu machen? Da bin ich eher bei Michele, und würde mich eher als prostituierend empfinden, wenn ich Dinge tue, die mir keinen Spaß machen um damit Geld zu machen. Auf die Kunst übertragen….wenn ich Dinge mache, die ich nicht machen würde, wenn ich kein Geld dafür bekäme.

    Da habe ich leider/Gott sei Dank einen natürlichen Schutzmechanismus. Weil ich in allen Dingen, die ich nicht machen wollte, immer so grottenschlecht war, daß ich dafür nie Geld bekommen habe. Deswegen kam ich nie wirklich in die Versuchung :-)

    Michael Strogies - 2. April 2009 um 09:17 Uhr

  8. Noch kurz zu Deinem technischen Hilferuf. Soweit ich das hier checke entsteht der blaue Rahmen dann, wenn das Bild größer ist, als das Layout des Bloggs. Wenn Du dein Bild anklickst, kommst du zu einer größeren Version.

    Soweit mal eine Erklärung aus einem gesunden Halbwissen heraus ;-)

    Michael Strogies - 2. April 2009 um 09:21 Uhr

  9. Also der Blaue Rahmen dürfte browserabhängig entstehen wenn ein Link hinter dem Bild liegt, das kann man im Browser einstellen. Dein Bild habe ich aus der mini Größe befreit und auf Spaltenbreite gezogen, dahinter liegt aber eine noch größere Version.

    Zu Deiner Frage, ich habe, möchte und werde mich nicht prostituieren. Dagegen habe ich mich immer gewehrt, auch wenn das Labyrinth noch so verschlungen war.

    @Michele nicht Denken gibt es erst im Juni ;-)
    LG

    Cornelius

    Cornelius - 2. April 2009 um 10:20 Uhr

  10. Hi,
    interessante Frage…
    Prostitution hat (zumindest wohl in unserer Zeit, unserem Breitengrad) auch etwas mit Erniedrigung zu tun. Sucht man nach Synonymen zu ’sich prostituieren’ findet man: sich erniedrigen, herabwürdigen, sich hergeben, sich zur Verfügung stellen oder sich für Geld anbieten etc.

    Nun ist es wohl an jedem Künstler selbst, die Frage zu beantworten: Biete ich mich für Geld an? … Ja, zum einen vielleicht schon, an manchen Tagen vielleicht, aber an anderen, wenn wir wirklich das künstlerische Schaffen nach uns selbst richten, vielleicht nicht…
    Und wenn schon… ist ja nichts verwerfliches dabei (Mitarbeiter aus vielen Firmen prostiuieren sich vielleicht eher, da sie nicht das tun,was sie eigentlich tun wollen und sie nur zur Arbeit gehen, damit Ende Monat das Bankkonto gefüllt wird… läuft meiner Meinung nach auf das Selbe hinaus…- und ich spreche da aus eigener Erfahrung ;-)… )

    und zur Schau stellen…: nun, das tut doch jeder Künstler auf seine Art, jede Arbeit ist eine ‘zur Schaustellung’. Aber das gehört wohl dazu, ich kann es ja selbst entscheiden, ob ich es will oder nicht.
    etc. etc. :-)

    Priska - 2. April 2009 um 11:49 Uhr

  11. Hi Priska ,

    da kommen wir der Sache ja schonmal näher :-)) Komisch, dass die Männer sich so vehemment dagegen wehren… was ist das ?

    Mona Schwenker - 2. April 2009 um 12:34 Uhr

  12. Wogegen wehre ich mich? Da mußt Du schon genauer sein.

    Ich habe gegen Prostitution nichts, nur habe ich damit nichts zu tun.

    Sich Ausstellen ist wieder etwas anderes. Redest Du von Prostitution oder Exhibitionismus?

    Michael Strogies - 2. April 2009 um 12:50 Uhr

  13. Mona!Deine Replik auf Priska klingt jetzt aber so ,als wolltest Du etwas ganz bestimmtes hören.Lass es uns wissen,dann müssen “wir Männer” nicht weiter rätseln wogegen wir uns wehren!;)

    michele - 2. April 2009 um 17:13 Uhr

  14. “prostituiere ich mich” ist eine frage, mit der ich ziemlich oft in der pahantasie gespielt habe - sowohl in der kunst als auch mit meinem körper.
    ich habe mir ausgemalt, wie es wäre, wenn …

    wobei ich etwas merkwürdiges festgestellt habe:
    eine körperliche prostitution würde mir, glaube ich, leichter fallen als eine prostitution in künstlerischer hinsicht, sofern ich sie freiwillig als einen möglichen weg des broterwerbs eingehe, selbstbestimmt, also ohne zuhälter, das hatte sogar irgendwie auch eine reizvolle komponente.

    natürlich habe ich es nie ausprobiert, weil ich andererseits an so was wie “liebe” glaube und weil ich irgendwie eben auch eine “romantische” seite habe …

    und in der kunst KANN ich es einfach nicht, ich wüsste gar nicht, wie ich das anfangen sollte, wo ich ansetzen könnte …

    wenn einer kommt und ein portrait bei mir bestellt und möchte, dass ich ihn so oder so male, ich würde ihm sagen, ich male ihn entweder so, wie ich ihn SEHE oder gar nicht.

    Karin Rindler - 3. April 2009 um 20:58 Uhr

  15. “prostituiere ich mich” ist eine frage, mit der ich ziemlich oft in der pahantasie gespielt habe - sowohl in der kunst….

    Hach, schonmal beruhigend, das noch jemand anders drüber nachgedacht hat :-) Und klar: jemandem was malen, was er will: NO GO ! Ist ja klar, entweder so wie man arbeitet oder eben gar nicht ..

    aber schonmal eine HEISSE SPUR … :-))

    Mona Schwenker - 4. April 2009 um 00:00 Uhr

  16. Der Ursprung der Eingangsfrage beschäftigt mich, nachdem ich irgendwann mal während einer Ausstellungseröffnung eine Rede schwingen sollte . An diesem Tag emotional berührt, oder sonst wie geladen, waren mir die Fragen ein wenig zuwider. (der Fragesteller auch eher unsympathisch). o kam ich „irgendwie“ von Kunst, Kommunikation und Ausstellung in Form von „zur Schau stellen“ zur Prostitution.
    Nach mehreren Minuten bemerkte ich allerdings, wie merkwürdig still es wurde. (wir befanden uns in einem kulturell öffentl. städtischen Raum), daher brach ich irgendwann ab, indem ich stark verkürzte und zur „Schönheit der Künste“ zurück kam (das war das was die Menschen „hören wollten“.
    Um so erstaunlicher allerdings, dass in der Pause im Forum dann so „ganz plötzlich“ fast jeder mit einem Dank, einem Schulterklopferr und dem Händedruck erschien (warum nur taten sie ihr Gefallen nicht vorher kund? Aus „Angst“ mit dem Metier in Verbindung gebracht zu werden und öffentl. „enttarnt“ zu werden ?)

    An anderer Stelle im sprachen wir bereits über Authentizität, Schmerz, welche Ausdrucksform wir wählen, um an unser jeweils bestes Werk zu kommen.
    Mit sind persönlich einige Frauen (die allerdings selbstständig und im Hochpreissegment (ab 1.000 Euro aufwärts für 6 Std.) aus diesem Metier bekannt.
    Daher versuchte ich irgendwann für mich den vergleich zu ziehen:
    SIE – gibt ihr Innerstes, ihr Wertvollstes, ihr Kraftvollstes, ihr Emotionalstes Preis
    Ich tue es, indem ich es auf Leinwand packe.
    SIE hat dafür ihre Räumlichkeiten, ich trage es raus in die Welt.

    In dem Moment wo ich mit meinem Gegenüber den Dialog über mein Leben und mein Werk eingehe und derjenige diese Werke kauft, spricht zahlt, ist es schon ein Stück weit „prostituiert“ Man verkauft sich quasi doppelt.

    Jemand der des Künstlers „Code“ versteht, steht ihm SEHR nah. Denn wer den Code der Werke geknackt hat, steht auch dem Künstler selbst sehr nah, hat also die Person mit inklusive

    Ich stelle mir ebenso die Frage, warum sich Unmengen von Künstlern auf Internetportalen präsentieren. Würde sie ur für sich malen, oder für der „Menschheit Wohl „ , um Herz und Geist anzuregen – aber doch wohl nicht nur …. Jeder dieser Künstler ist doch wohl auch unterwegs, damit er für seinen Beruf entlohnt wird.
    Warum sollte Lieschen Müller Gedichte verfassen, wenn von vornherein klar wäre, dass niemand sie lesen sollte? Warum der Musiker komponieren, wenn niemand es hören sollte ?
    Es wird also gebloggt, getwittert, dokumentiert und präsentiert… doch mit dem Hintergedanken an einen Verkauf !? Also doch eine Art der Prostitution…..

    Ich weise ausdrücklich darauf hin, das ich bei den angesprochenen Frauen nicht von denen spreche, die durch Zuhälterei dazu gezwungen werden ! Da geht es lediglich um den körperlichen Verkauf, schließe hierbei auch den Bezug zur Kunst aus, da ja keiner dazu gezwungen wird zu malen.

    Mona Schwenker - 16. April 2009 um 11:47 Uhr

  17. Prostitution (von lateinisch pro-stituere aus pro und statuere – nach vorn stellen, zur Schau stellen, preisgeben) – früher Gewerbsunzucht – bezeichnet die Vornahme sexueller Handlungen gegen Entgelt. Erfolgt die Prostitution unfreiwillig, so spricht man von Zwangsprostitution.

    Prostitution ist in praktisch jeder Kultur zu finden. Die gesellschaftliche Bewertung der Prostitution ist stark von kulturellen, ethischen und religiösen Werten abhängig und unterliegt einem starken Wandel

    So,das ist jetzt einmal die Wikipeda-Definition.

    Beziehe ich mich auf den ersten Teil alleine,dann ist Kunst,in diesem Sinne Prostitution.Das aber sind dann alle Tätigkeitsbereiche,die sich auf eine ,wie auch immer geartete Öffentlichkeit richten und diese benötigen um aus ihrer Tätigkeit materiellen Gewinn (Lebensunterhalt) ziehen zu können.Das beginnt dann beim Schausteller und endet (oder auch nicht) beim
    Pastor auf der Kanzel.
    Betrachte ich die Definition als Ganzes,also inkl. der (notwendig) sexuellen Handlung so sehe ich keinerlei Zusammenhang mit künstlerischer Arbeit.
    Liebe Mona!Ich nehme deine Einlassungen zu Thema wirklich ernst und habe mich ernsthaft bemüht sie zu begreifen.Aber offengestanden bekomme ich den originären Zusammenhang zur Kunst nicht hin.
    Mag sein,dass mir das Verständnis als Mann fehlt (auch das ernsthaft und ohne augenzwinkern) .Mag aber auch sein ,dass mein Verständnis meiner Arbeit ein anderes ist.

    michele - 16. April 2009 um 13:08 Uhr

  18. “Das aber sind dann alle Tätigkeitsbereiche,die sich auf eine ,wie auch immer geartete Öffentlichkeit richten und diese benötigen um aus ihrer Tätigkeit materiellen Gewinn (Lebensunterhalt) ziehen zu können.Das beginnt dann beim Schausteller und endet (oder auch nicht) beim
    Pastor auf der Kanzel” …..

    Nö, Michele, eben nicht ! Ich weise auf den vergleich hin, dass wir unser Innerstes, Emotionalstes preisgeben !
    Das tut weder der Metzger, noch der Bäcker oder der Postbote !

    Und dein Verständnis zur Arbeit ist eminem SEHR ähnlich, das weißt du ! Du arbeitest nämlich ebenso aus dir heraus ! LG, mona

    Mona Schwenker - 16. April 2009 um 13:13 Uhr

  19. Ich glaube das weder Stricher noch Nutten ihr Innerstes und/oder Emotionalstes preisgeben.Sie würden ihre Arbeit garnicht machen können.Und deshalb hinkt der Vergleich zum Künstler - für mich.

    michele - 16. April 2009 um 15:10 Uhr

  20. Hallo Mona,

    ehrlich gesagt verstehe ich den Vergleich auch nicht wirklich.

    Vielleicht solltest Du einfach mal Dein Tun überdenken, denn Du scheinst dich nicht wirklich gut dabei zu fühlen. Es gibt ja viele Wege nach Rom, und es gibt genauso Künstler, die entweder gar nicht ausstellen, oder einfach bei Ausstellungen nicht zugegen sind.

    Auch ich habe hier eine ganz andere Einstellung zu meinem Tun als Künstler. Aber das hat natürlich auch inhaltlich mit der konkreten Arbeit zu tun.

    Als Beispiel: Wenn ich als Buchautor mich dafür entscheide, nur Tagebücher zu schreiben, lege ich natürlich mein innerstes offen. Ich kann aber genauso die Geschichten auf andere Personen übertragen, und mich somit ein wenig aus dem Schussfeld ziehen. Das hat mit Qualität nichts zu tun.

    Natürlich hat jede künstlerische Arbeit mit Gefühlen, eigenen Gedanken etc zu tun. Aber jeder Künstler hat für sich auch die Möglichkeit, eine Grenze zu ziehen, wieviel er von sich preisgibt.

    Vielleicht hast Du hier einfach noch nicht Deine Abgrenzung gefunden.

    Michael Strogies - 16. April 2009 um 15:25 Uhr

  21. Hallo Michele

    :-)) davon Stricher “Nutten” , sprach ich auch nicht ! Im Gegenteil, der letzte Absatz distanzierte sich gerade dazu ! Irgendwie scheint das Thema zu kompliziert, als das man dies per Schriftform hier weiterführt.

    Und an Michael:
    “Vielleicht solltest Du einfach mal Dein Tun überdenken, denn Du scheinst dich nicht wirklich gut dabei zu fühlen….”

    Nein, Danke, ich fühl mich BESTENS :-))

    “Vielleicht hast Du hier einfach noch nicht Deine Abgrenzung gefunden”

    Die will ich gar nicht haben die Abgrenzung ! Ich bin ich, und meine Bilder sind ich und das ist gut so und soll zusammengehören !

    Ich fände es genial, wenn endlich mal Robert oder auch Frank mit einsteigen würden, die die Sache im übrigen genauso sehen wie ich :-))

    Allerdings im Real Life BESPROCHEN und nicht in Worten hier zum Ausdruck gebracht !!!

    Mona Schwenker - 16. April 2009 um 15:34 Uhr

  22. Ups, muss nochmal etwas ergänzen: Ich denke , dass hier so verschiedene Meinungen ankommen liegt hauptsächlich daran, wer , wie lange in welcher Form der Kunst verbunden ist , sie lebt und erlebt und in und mit ihr arbeitet und welche Ziele man damit noch hat. Wenn ihr Authentizität meint, wo ist diese dann in euren Werken …

    Mona Schwenker - 16. April 2009 um 15:51 Uhr

  23. Hallo Mona,

    ich glaube nicht, daß das persönliche Empfinden davon abhängig ist, wielange man eine Tätigkeit ausübt, sondern nur in welcher Form. Wie ich schon geschrieben habe, gibt es viele Wege, künstlerisch tätig zu sein, und seine Arbeiten zu entwickeln. Und es gibt viele Wege, seine Arbeiten zu präsentieren.

    Da muß sich jeder seinen Weg suchen, zu seinen Inhalten zu kommen, und seinen Weg umzusetzen.

    Ich erinnere mich vor Jahren an Ausstellungen in Oberhausen und Essen, wo ich in ähnlicher Situation war. Ich habe damals eine Reihe von Akten ausgestellt.

    Natürlich kamen dann auch die ein oder anderen schlüpfrigen Fragen zu Hintergründen der Entstehung der Bilder.

    Das Ganze war mir etwas unangenehm, was mich dann bewogen hat, diese Bilder ersteinmal nicht mehr ausstellen zu wollen.

    Was nicht heißt, daß ich nicht weiter solche Bilder produziert habe.

    Heute sehe ich das Ganze wieder anders, weil letztlich auch mein Standing ein anderes geworden ist.

    Durch meine Tätigkeit in der Musikerbetreuung habe ich hier auch sehr viel mitgenommen, wie Künstler sich bei einer Performance öffnen können, und dabei trotzdem bei sich selber bleiben.

    Es liegt vielleicht auch am Metier der bildenden Kunst, daß die Künstler hier auf diese Situation nicht vorbereitet sind/werden. Bei Gesang und Schauspiel gehört das klar zum Job. Auch Interviewtraining gehört zur Ausbildung oder zum Coaching von Musikern.

    Michael Strogies - 16. April 2009 um 16:27 Uhr

  24. Kann schon sein,dass dies hier die völlig ungeeignete Ebene ist,aber es ist nun mal die auf der das Thema angesprochen wurde.Ich versuche jetzt und hier ein letztes Statement:
    Nein!Ich finde nicht ,dass ICH mich als Künstler prostituiere,d.h. nicht mehr und nicht weniger als jeder arbeitende Mensch auch.
    Ich bin fest davon überzeugt,dass auch andere Menschen in anderen Berufen ihr Innerstes geben und zu geben bereit sind.Und ja!Das kann auch ein Postbote sein!Ebenso fest bin ich davon überzeugt ,dass es Herrscharen von “seelenlosen” Künstlern gab und gibt.
    Das Du ,Mona,nicht zu dieser Gruppe gehörst steht ausser Frage und ,dass ich dir an dieser Stelle so garnicht folgen kann ist nicht der Untergang der Welt.

    michele - 16. April 2009 um 17:48 Uhr

  25. ich finde das wirklich eine interessante Gedankenanregung…. Prostiution oder nicht Prostitution?

    Nach reiflicher Überlegung, und während dem ich eine ‘zur Schaustellung’ von Barbra Streisand sehe (Konzert 2006), kommt es wohl drauf an, ob ich dem Begriff ‘Prostitution’ den negativen Beigeschmeck der Erniedrigung mitgebe oder eben nicht. Wenn ich mich prostituiere und ich mich dabei gut fühle, es zu mir passt, ich von innen überzeugt bin, dass ich das, was ich tue, aus überzeugung ausübe und dafür Geld bekomme, ist ja nichts negatives dabei. (Und es gibt sicher auch sich prostituierende, die ihre Arbeit aus Überzeugung und mit Zufriedenheit ausüben).
    Aber sobald ich nicht mehr überzeugt bin und es mir dabei sogar (sorry) ‘beschissen’ geht und ich dafür Geld verlange/bekomme und vielleicht sogar ein Stück meiner Seele, meiner innersten Überzeugung sozusagen ‘vergewaltige’ und somit mich als Mensch erniedrige. naja, dann ist da eben dieser negative Beigeschmack.

    vielleicht also braucht es eine Definition, ob bei der Prostitution automatisch die Erniedirigung mitschwingen soll???

    Priska - 16. April 2009 um 20:28 Uhr

  26. Hi Priska

    es gibt da ja so unterschiedliche Lebensentwürfe. Einmal gibt es, um bei der Kunst zu bleiben, eine Skala von 0-100 auf der ich als Macher entscheiden kann, wieviel ich von meinen intimen Gefühlen preisgeben will. Das hat nichts mit Authenzität zu tun. Im Augenblick lese ich wieder sehr viel über Roy Lichtenstein, der z.B. dieses Thema weitgehend aus seinem Werk ausgeschlossen hat.
    Natürlich ist es so, wenn man mit surrealistischen Inhalten arbeitet, Traumbilder und assoziative Konnotationen verwendet, man manchmal auch mehr preisgibt, als einem in dem Prozess des Machens vielleicht bewußt ist. Aber auch hierzu entscheidet man sich bewußt.

    Der zweite ist der Punkt was den Umgang mit Öffentlichkeit angeht. Auch hier gibt es eben die Skala von-bis, auf der sich jeder seinen persönlichen Standpunkt wählen kann. Auftritt ist immer auch Inszenierung.

    Und dann gibt es noch die persönlich Befindlichkeit. Der eine fühlt sich besser, wenn er souverän und dominant in der Öffentlichkeit auftritt, andere suchen eben auch Erniedrigung.

    Es gibt soviele weiche Faktoren in dem Spiel, daß sich hier jeder seine persönliche “Einstellung” der Regler wählen kann und sollte.
    Ich glaube nicht, daß es hier eine für alle gültige Rezeptur gibt.

    Ein weiterer Punkt ist dann auch noch, der ist mir heute nacht zu dem Thema aufgefallen, wieweit ich gezwungen bin, für den Verkauf zu produzieren. Also sprich, muß ich hier den ständigen Seelenstriptease machen, um am Ende finanziell zurecht zu kommen. Der ökonomische Druck kann auch dazu führen, daß ich in das Gefühl komme, etwas machen zu müssen, was meiner Kontrolle entgleitet.

    Michael Strogies - 17. April 2009 um 09:21 Uhr

  27. :-)) wie schön,d ass du beim nachdenken doch noch drauf gekommen bist ,

    denn : ich schrieb schon ganz zu Anfang: dass diese Frauen SELBSTSTÄNDIG arbeiten, also keine Rede von gezwungen werden, Stricher, Zuhältern ect. - reine Selbstbestimmung von dem WAS sie da tun und WIE sie es tun ….
    Im letzten Absatz distanzierte ich mich ausdrücklich von denen , die dazu gezwungen werden, egal aus welchem Grund, und verwies darauf, das ja auch in der Kunst niemand gezwungen wird..

    Und die Welt geht eh nicht unter Michele… mach diir keine Sorgen :-))

    Hallo Priska

    interessant das du, ich und auch schon zu Anfagng Karin irgendwie anders darüber denken. Und der negative Touch… Erniedrigung… wo kommt denn der her ? Und wer erniedrigt, wenn überhaupt , wen ? Denkt der Mann etwa er erniedrigt die Frau ? - die sehr wohl weiß was sie da will und tut ….Ist er nicht der Erniedrigte ? :-))

    Ich sehe weder einen negativen Touch noch eine Erniedrigung in diesem Begriff.

    Mona Schwenker - 17. April 2009 um 11:40 Uhr

  28. Jede Art von abhängiger Beschäftigung ist eine Art von Prostitution, die der Mitarbeiter ausübt um sein Überleben zu sichern.Es gibt doch dieses alte Sprichwort: Dessen Brot man isst, dessen Lied man singt - so ist es in allen Unternehmen - sowohl für den Beschäftigte an der Werkbank als auch für Manager. Gerade in schwierigen Zeiten traut sich kein Mitarbeiter seinen Chef entgegenzureden. Der Chef muss sich aber wiederum den Markt anpassen, was durchaus auch eine Form der Prostitution ist/sein kann- denk daran was heute z.B. alles unter dem Gesichtspunkt CO2 verkauft wird - da muss man einfach mit, egal ob aus Überzeugung oder Notwendigkeit. Künster sind selbstständig und somit ihr eigener Herr/Frau. Wenn sie sich anpassen müssen, dann nur an den Markt. Das ist aber dann eine eigene Entscheidung und nicht das erniedrigende Anbiedern an seinen Vorarbeiter, den Meister, bis hinauf zum Chef, das in der Praxis der kleine Arbeiter oft machen muss, denn das ist die einzige Form von wahrer Prostitution - gleich zusetzen mit drogensüchtigen Prostituierten, die für ihre Tagesration und zum Wohl des Zuhälters af den Strassenstrich gehen.

    Gregor - Du weißt wer ich bin - 22. Mai 2009 um 18:08 Uhr

  29. ;-)) bis Morgen …Lg, mona

    Mona Schwenker - 22. Mai 2009 um 21:01 Uhr

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