Mona Schwenker : KunstSpur, warum Kunst, warum Künstler

 

 

Warum Kunst, Warum Künstler

 

Ist der  Eigensinn ist der Auslöser, welcher einen Menschen dazu treibt, seinem inneren Gesetz, seiner Berufung an sich selber Folge zu leisten ?

Sensible , stark individualisierte Menschen haben ab einem bestimmten Punkt ihres Lebens in der Regel keine andere Möglichkeit, als dieser Berufung zu folgen.


Sie können nicht in dem üblichen Rahmen leben, der vorgegebenen Norm. Irgendwann spüren sie, daß sie so kein sinnerfülltes Leben führen können. Vielleicht wünschen sie es sich sogar oft, so leben zu können, wie die meisten Menschen es tun-  Dennoch bleibt es ihnen verwehrt.
Wer versucht, sich in den angepaßten Rahmen einzufügen, muß unweigerlich scheitern, wird sein Leben lang nicht glücklich werden können, denn es ist eben nicht sein Leben, daß er oder sie führt.


Irgendwann ist der Leidensdruck in einem sensiblen Menschen so groß, dass er die Angst vor dem Neuen zu überwinden vermag und seiner Bestimmung folgen kann.
Dann ist er auch bereit, dafür jeden, insbesondere materiellen, Mangel auf sich zu nehmen.
Er muß einfach zu dem werden, was in ihm angelegt ist, oder er kann gar nicht sein.

Beginnt er dann, dem Gesetz des Eigenen Folge zu leisten, fängt erst sein eigentliches Leben an.
Dieses allerdings ist ein wahres Wechselbad der Emotionen. Denn gerade der Weg des Künstlers ist wohl einer der schwierigsten Wege überhaupt. Nicht nur materiell, dieser Aspekt verkommt wirklich fast zur Nebensache vor dem Hintergrund der inneren Suche, die jetzt endlich auch als Lebensantrieb wahrgenommen werden darf, ohne sofort auf Grenzen zu stoßen.

 

 

 

 

 

Ein Künstler ist ja nicht nur ein Lehrling oder Meister seines Genres, sondern auch Philosoph, nach Erkenntnis Strebender, mal Atheist, mal zutiefst religiös, vor allem aber fast in stetiger innerer Unruhe um nicht zu sagen in innerem Aufruhr. Er ist ernsthafter Forscher im Bereich seines Selbst und hier nur der Wahrheit verpflichtet. Und so kann er, wenn es ihm gelingt, sich zwischen all diesen Ansprüchen an und Widersprüchen in sich einen Weg zu bahnen, eine Bereicherung für die gesamte Menschheit sein, denn in seinem Werk wird man diese innere Auseinandersetzung wiederfinden.

14 Antworten zu “Mona Schwenker : KunstSpur, warum Kunst, warum Künstler”

  1. *hüstel* endlich mal ein Text, den ich auch ohne Brille lesen kann. Ich danke Dir dafür :-)))))

    Michael Strogies - 5. April 2009 um 13:06 Uhr

  2. Ja, extra für “ältere Menschen” :-) Aber du mein Personal Technic Man, kannst das ja ändern :-)

    Mona Schwenker - 5. April 2009 um 13:13 Uhr

  3. Mona, das ist mir inhaltlich zu egomanisch. Wenn es nur um mich ginge, müsste ich andere Menschen nicht mit meinem Getue belästigen, dann würde ich das Niveau des Hobbyisten oder des Therapiewerkelnden nicht verlassen. Ich spüre da schon eher einen Sendungsauftrag, da ich die Fähigkeit erhielt und mir auch hart erarbeitete, Dinge anders und vor allen Dingen neu zusehen. Mir persönlich würde es reichen, dies wahrzunehmen und darüber nachzudenken. Ich habe aber den Auftrag andere auch zu neuen Sichtweisen zu leiten und ihnen so, durch initial aufgeladene Dokumente, den Eintritt in neue, eigene Gedankenwelten zu ermöglichen.

    Denkenden Tag noch!

    Cornelius - 5. April 2009 um 14:29 Uhr

  4. Hi Cornmelius,

    …der Sendungsauftrag , beginnt aber doch in dir.

    und der abschließende Satz:
    Und so kann er, wenn es ihm gelingt, sich zwischen all diesen Ansprüchen an und Widersprüchen in sich einen Weg zu bahnen, eine Bereicherung für die gesamte Menschheit sein, …

    beinhaltet doch eben dies..
    dem Menschen den Eintritt in eine neue, eigene Gedankenwelt zu ermöglichen ..

    Mona Schwenker - 5. April 2009 um 15:14 Uhr

  5. Ein hoher und doch legitimer Ansatz,den ich in weiten Teilen akzeptieren kann.
    Wenn es aber um den Besitz von Wahrheiten geht bin und bleibe ich skeptisch.
    Meine Wahrheit ist die, vor den Anforderungen die Mona hier beschreibt nur versagen zu können.
    Doch meinen Respekt vor diesem Versuch einer Ortsbestimmung!

    michele - 5. April 2009 um 16:33 Uhr

  6. über den leidensdruck, der einen nichts anderes mehr als “kunst machen” lässt, denke ich gerade nach.

    ich glaube, bei mir ist das nicht ganz so.
    bei mir überwiegt die lust, meine bild-gedanken umzusetzen, in eine für dritte verständliche form zu bringen, den anderen meine visionen zugänglich zu machen, auszuprobieren, ob die “botschaft” ankommt und verstanden wird.
    das muss nicht unbedingt weltbewegend sein, aber für mich und vielleicht für einige doch gerade sehr wichtig …

    es beginnt oft als neugieriges spiel und mündet mmer in eine art forschungsarbeit.
    das ist sehr fordernd, aber eben auch sehr befriedigend, selbst wenn man total erschöpft rauskommt, und oft genug misserfolge hat.

    eigensinn spielt schon eine große rolle, und der drang, widerstände zu überwinden, klarheit zu schaffen, vielleicht auch überheblichkeit, weil man sich für momente im besitz von “wahrheit” wähnt …

    naja, ein paar schrauben sitzen da ganz sicher locker … ;-)

    Karin Rindler - 5. April 2009 um 21:21 Uhr

  7. Leidensdruck ist da sicherlich das falsche Wort. Es hat soetwas wie sich selber ausgeliefert sein. Um das lsozuwerden ist vielleicht eine Therapie geeigneter als eine künstlerische Karriere.

    “es beginnt oft als neugieriges spiel und mündet mmer in eine art forschungsarbeit.
    das ist sehr fordernd, aber eben auch sehr befriedigend, selbst wenn man total erschöpft rauskommt, und oft genug misserfolge hat.”

    Das trifft es eher. Der Spaß am creativen Spiel, die Suche nach echten Werten. Wahrheit ist ein großes Wort. Echtheit würde mir hier besser passen. Echtheit in einer Welt, die eben diese oftmals verliert oder verleugnet. Rückbesinnung auf sich selber, Reflexion und gleichzeitg der Versuch einer Standortbestimmung für sich selber in einer Welt, die ständig im Fluss ist. Der eigene Standort in einer Welt die war, die ist, und die weiterhin sein wird.

    Michael Strogies - 5. April 2009 um 22:04 Uhr

  8. ja, danke michael, “echtheit” ist besser als “wahrheit”!
    oder die suche nach dem, was “richtig” ist …

    Karin Rindler - 5. April 2009 um 22:21 Uhr

  9. @ Mona, das Dokument das, von mir initial geladen dasteht, steht nur im Dialog mit dem Einzelnen und nicht mit der gesamten Menschheit. Wenn aber dieser Einzelne ein Stück durch meine Arbeit zu sich findet, ist doch viel gewonnen. Wenn ein Anderer durch die Arbeit eines Anderen zu sich findet, ist noch mehr gewonnen. Wenn dann sogar mehrere durch meine Arbeit ein Stück zu sich finden, um so besser. Damit wird mein Dokument für diese Personen vielleicht ein Stück Wahrheit, gewiss werden es aber ihre, hierdurch initiierten, eigenen Gedanken.

    Was mir in meiner Arbeit zur Verfügung steht ist aber, Michele wies darauf hin, nicht Wahrheit, sondern Wahrnehmung und Vertrauen in mich sowie auch die Fähigkeit, je nach meiner Intuition, klärend, mystifizierend, aufbauend, erschreckend… Initiale in meinen Dokumenten zu setzen. Wenn ich dies ehrlich zu mir selbst und nicht um des Showeffektes tue, wird, davon bin ich überzeugt, das Dokument auch ein starkes sein.

    Ob dies in mir oder durch äußere Umstände mir auferlegt entstand weiß ich nicht, in jedem Fall hat mich/uns der Hammer der Berufung ereilt und das ist so viel mehr als nur, bitte das ist zwar auch wichtig, nur zur Geldmehrung einer Tätigkeit nachzugehen.

    Beginnet den Tag denkend!

    Cornelius - 5. April 2009 um 23:13 Uhr

  10. Na da konnte ich ja
    diesmal wirklich interessante Antworten aus euch rauskitzeln :-)
    Da wir uns auf einer Suche befinden habe ich diesen Text , den nämlich jemand anderes verfasst hat mal einfach so hier eingestellt, um zu sehen was passiert, was gesucht und was gefunde wird.
    Denn das Original gibts auf: http://www.jensrusch.de/id5.htm

    :-)

    Mona Schwenker - 6. April 2009 um 07:01 Uhr

  11. Es wäre nur gut, wenn Du Zitate als solche kennzeichnest. Sonst weiß man irgendwann nicht mehr, welche Meinungen von Dir und welche “entliehen” sind.

    Michael Strogies - 6. April 2009 um 08:34 Uhr

  12. Aber Jens Rusch muss man jetzt auch nicht unbedingt kennen .

    michele - 6. April 2009 um 10:43 Uhr

  13. oh ! :-))

    also 2 Dinge die mir hier geraade entgegenspringen… zum einen egomanisch … bedeutet für mich stets imMittelpunkt sämtlichen handelns und geschehens stehen zu wollen, behaftet teils manisch, teils, depressiv …

    Passt für mich jetzt so gar nicht in den eingefügten Text…

    denn und da kommich zu Punkt zwei:
    Leidensdruck ist da sicherlich das falsche Wort. Es hat soetwas wie sich selber ausgeliefert sein. Um das lsozuwerden ist vielleicht eine Therapie geeigneter als eine künstlerische Karriere.

    Oh la la …. das sehe ich ein wenig anders…hatten wir nicht vor kurzem auch den Dialog an anderer Stelle wo man sich kilometerweise austauschte , dass wir folgendem auf die “Spur” gekommen sind:
    dass man meißt über den größten Druck, das schmerzlichste LEid eben auch zum “besten” Werk gelangt ?

    Im Umkehrschluss stellt sich mir nun die Frage: Gut schicken wir all die großen Künstler, die eben auch aus dieser Quelle ihre Kraft nehmen , die Malenden, die Philosophierenden, die Musizierenden, die Tanzenden , die Schauspieldenen lieber in Therapie und radieren ihre Lebenswerke einfach aus !
    Weg mit Kraft, Quelle, Inspiration des Geistigen und Emotionalen !

    ???????

    Mona Schwenker - 7. April 2009 um 15:18 Uhr

  14. Den Satz, den ich geschrieben habe bezüglich Therapie hat mir seinerzeit ein Professor gesagt. Damals ging es um van Gogh, man muß dazu wissen, daß van Gogh einer meiner Helden ist, ich seine Tagebücher gefressen und nicht gelesen habe. Ich glaube, ich habe sie zur Zeit in 3 Versionen hier ;-)
    Naja, und besagter Professor sagte damals, daß van Gogh wohl besser einen vernünftigen Psychiater gehabt hätte, als Maler geworden zu sein.

    Ich bin natürlich auf die Barikaden gegangen.

    Aber die Frage ist natürlich…was wäre besser für ihn gewesen, und was besser für die nachfolgende Gesellschaft ?
    Ein Therapeut hätte ihm viel Leiden erspart, und uns eine Menge Kunstwerke. Was hat der Mann dafür gelitten, Anerkennung zu bekommen, die ihm zu Lebzeiten nie zuteil wurde. Sein Werk ist der reinste psychologische Überlebenskampf.

    Aber davon ab. An besagter Diskussion im Forum habe ich mich absichtlich nicht betreiligt, weil ich das für eins dieser unsäglichen Platitüden halte. Künstler müssen leiden…….!!!

    Es ist genau so eine dummes Klischee, wie daß alle Künstler arm sind. Tatsächlich ging es der Mehrzahl der bekannten Künstler schon beizeiten immer gut bis sehr gut, finanziell. Aber aus den Ausnahmen wurden eben die Mythen gemacht. Auch hier bitte Kunstgeschichte und Fakten auseinanderhalten, denn auch Kunstgeschichte wird schonmal marktkompartibel “frisiert”. Wie z.B. im Falle van Gogh.

    Aber wenn mir jemand sagt, daß er ohne Kunst zu machen nicht leben kann, dann hat das für mich ehrlich gesagt die Qualität von einer Pubertierenden, die meint, ohne die verlorene Liebe nicht mehr weiterleben zu können. Klingt romantisch.

    Natürlich geht das, und falls nicht, hat es etwas zwanghaftes, was man vielleicht dann doch einmal untersuchen lassen sollte :-)

    Was anderes ist es, was ich z.B. für mich gelten lasse, einfach etwas Begonnes zu Ende bringen zu wollen. Das Wort für mich wäre in diesem Fall Passion, Leidenschaft. Und zwar nicht die, die Leiden schafft, sondern die, die einen erfüllt. Und wenn man etwas leidenschaftlich tut, dann bin ich auch der Meinung, daß man ersteinmal dieser Leidenschaft folgen sollte. Weil alles, was man aus Passion heraus entwickelt, in der Regel das beste ist, was man als Person leisten kann. Und dann macht es Sinn, sich damit zu beschäftigen, auch wenn man dafür ein paar Risiken eingeht, und ein paar Widerstände überwinden muß. Und Leute, die dieses Risiko eingehen, haben meinen Respekt.

    Michael Strogies - 7. April 2009 um 15:49 Uhr

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