Hunting to get hunted Part1

 

Ein erster Entwurf !!!

Was ja normalerweise der Rezipient eines Bildes gar nicht mibekommt sind Rituale, die schon weit bevor man überhaupt anfangen kann, an ein Bild zu denken, ablaufen.

In der Regel habe ich eine Bildidee. Da ich gerne mit und nach Model arbeite, suche ich auf diversen Internetseiten den richtigen Typ raus. Und dann wird gemailt.

In diesem Fall bin ich schon mitten im Thema, und der Prozess hat bereits begonnen. Man schreibt ersteinmal vorsichtig, ob überhaupt und ich bin Maler und kein Caster von “Germanies Next Topmodel”.

Was dann kommt ist ein vorsichtiges Abwägen. Wer steht auf der höheren Stufe, wer will was von wem. Er hat schon mit Promis gearbeitet, sie hat mit sehr guten Fotgrafen geshootet und war bereits in vielen Magazinen und TV-Sendungen.

Wer steht auf der höheren Stufe, und wer kann sich durch den anderen weiter hochhangeln.

Jagen um gejagt zu werden. Eines dieser Rituale, auf die eigentlich schon unsere ganze kapitalistische Gesellschaft aufgebaut ist.

Ich bin Newcomer, mache ein featuring mit einem Star, und bin dadurch eine Stufe höher. das kostet Geld…klar. Spielt es ja auch wieder ein. Ich jage das nächst größere, um an ihm zu wachsen, und um für andere umso attraktiver zu werden.

Ich bin Maler, okay……will in eine Galerie. Über ihn komme ich ran, also ran an ihn. Und auf zur nächsten Stufe.

Ich begehre meine eigene Begehrlichkeit. Ich kaufe. Klar. Gehört dazu. Mit den richtigen Produkten gehöre ich dazu.

Alles das sind Rituale, die so alt sind wie die Menschheit. Man jagt und sammelt Trophäen und Fetische.

Sammler kaufen Kunst. Weil sie Kunst lieben. Und weil Kunst ihnen ein Status verleiht, der sie begehrter macht.

Das Thema möchte ich in einer ganzen Serie von Bildern erarbeiten und auf seine ganz archaische Wurzel zurückführen.

Statt direkt auf die Leinwand zu malen, habe ich bei dem Shooting ersteinmal auf Stella, das Model,  gemalt. Inspiriert durch die Körperbemalungen der Aboriginis. Das Ganze soll durch einfache Ornamentik ergänzt werden, wie sie auf den Masken der Bedu vorkommen.

Diese Skizze ist am 10.5. nachträglich von mir eingefügt worden.

M.Strogies

17 Antworten zu “Hunting to get hunted Part1”

  1. das obere bild hat für mich eine ungeheure präsenz und bis auf den übergang vom kopf zum hals wäre es für mich “fertig” - aber das ist ja ein thema, das wir gerade an anderer stelle schon hatten …;-)

    Karin - 8. Mai 2009 um 19:41 Uhr

  2. Ja, stimmt :-)

    Ich habe mich jetzt auch mal ganz bewußt dafür entschieden, einmal Arbeitsschritte mit reinzunehmen, zu denen ich noch nicht hunderprozentig stehe. Ähnlich Deinen Phasen, die Du mit Kamera aufnimmst.

    http://www.spursuche.de/2009/05/07/kopf-oder-bauch-darfs-ein-bischen-mehr-sein/#comment-293

    Ich weiß auch noch nicht, wo die Reise hingeht. Aber wenn man den Prozesscharakter hier im Blogg präsentieren will, sollte man dann ja auch mal anfangen den Mut zu haben und den eigenen Ansprüchen genügen :-)

    Michael Strogies - 8. Mai 2009 um 22:24 Uhr

  3. Bei dem oberen Bild stimme ich Karin absolut zu.Es erscheint mir in einem kompositorischen Gleichgewicht ,dass die Ausdrucksstärke transportiert.Scheinbare Unfertigkeit öffnet nicht selten den Blick,wogegen durchgearbeitetes oft Einblicke verwehrt.Eine Erkenntnis,die schon Picasso gewonnen hat,als er davor warnte Bilder “fertig” zu machen;).
    Zur unteren Arbeit bekomme ich,wir sprachen am Telefon darüber,keinen Zugang.Beim morgendlichen drüberschauen kam mir die Idee:
    “zuuuuu schön,zuuuu stimmig,geschmäcklerisch,hübsch anzuschauen…fertig!”
    Und jetzt hat der Michael mich nicht mehr lieb:(.

    michele - 9. Mai 2009 um 10:06 Uhr

  4. zum thema “Scheinbare Unfertigkeit öffnet nicht selten den Blick,wogegen durchgearbeitetes oft Einblicke verwehrt” fällt mir noch folgendes ein:

    wichtig ist doch, dass der inhalt des artefaktes die phantasie des betrachters anregt, ungewohnte, vielleicht neue wege zu beschreiten.
    Ist es nicht so, dass formale unfertigkeit zum manierismius werden kann, wenn sie bewußt eingesetzt wird?

    deshalb würde ich das wort “unfertigkeit” eher mit “offenheit” gleichsetzen.

    das “unfertige”, das ein bild “geheimnisvoll” macht, kann doch nicht allein in der form liegen?

    ichselbst suche nach einer ausdrucksweise, nach einer formel, die auch auf “fertige” artefakte passt …

    Karin - 9. Mai 2009 um 10:35 Uhr

  5. “zuuuuu schön,zuuuu stimmig,geschmäcklerisch,hübsch anzuschauen…fertig!”
    Und jetzt hat der Michael mich nicht mehr lieb:(.”

    Ich habe dich noch nie lieb gehabt. das war immer nur geheuchelt :(

    Im Ernst. Tatsächlich merke ich, daß in dem Moment, in dem ich unsicher werde, bei mir dann die Routine sofort aufgerufen wird. Das habe ich beim Cartoon gelernt, da hier immer der Druck da war, Du mußt da Ergebnisse produzieren, egal ob Du einen guten oder schlechten Tag hast. Und dann gibt es eben en Rouine-Gang, der dann eingelegt wird. Und dann wird es eben gefällig.

    Was das unfertige an Bildern angeht. Am Anfang war da so, daß ich Angst vor einer unbehandelten Fläche auf einem Bild hatte. Gerade bei der Ölmalerei mußte auch das letzte Fleckchen “durchgearbeitet” sein.

    Heute sitze ich oft vor dem Bild und frage mich, was kannst Du jetzt noch tun, um die Intention, das Ergebnis zu steigern. Wenn ich darauf keine Antwort finde, gibt es eigentlich nichts mehr zu tun. Es kann dann auch gefällig werden, an einem Punkt weiterzuarbeiten, an dem man eigentlich nichts mehr besser machen kann. Das Ergebnis kann nur Verschlimmbesserung werden.

    Ich meine, eine Arbeit wird dadurch lebendig, daß man ihr ihre Prozesse ansieht (irgendwie kommt man tatsächlich immer wieder auf das Thema). Man muß den Bildern ansehen, daß daran einer geschuftet hat. Schade ist es, wenn an einem Bild, daß der Künstler irgendwann dann im Griff zu glauben hat, alle “Arbeistspuren” eleminiert werden.

    Es darf nicht zu Masche werden, da gebe ich Dir absolut recht, Karin. Habe da neulich ein paar schöne Passagen von Roy Lichtenstein gelesen, der ja bei seinen Pinselstrichen auch immer sehr akribisch die Tropfspuren gemalt hat. Das war eine ironische Spitze gegen den Akademiebetrieb damals in den Staaten, weil das ja damals im Zuge der informellen Malerei absolut Phlicht war, und ganze Heerscharen von informellen Malern das Tropfen von Farbe geübt haben :-)

    Michael Strogies - 9. Mai 2009 um 11:51 Uhr

  6. “Es kann dann auch gefällig werden, an einem Punkt weiterzuarbeiten, an dem man eigentlich nichts mehr besser machen kann. Das Ergebnis kann nur Verschlimmbesserung werden.”

    das stimmt leider auch, michael!
    dann bleibt nichts anderes übrig, als es zu zerstören und noch mal neu anzusetzen.

    Karin - 9. Mai 2009 um 15:27 Uhr

  7. Ich glaube,nichts war schwerer für mich zu lernen,als rechtzeitig mit der Arbeit aufzuhören.Ähnlich schwierig war vielleicht noch das bewahren von Geduld im Arbeitsprozess.Aber dieses :”Lass es.Es ist gut!” fällt mir immer wieder schwer.Ich gehe weg vom Bild,ich gehe hin.Ich schliesse die Ateliertür und bin 5 Minuten später wieder vor der Arbeit.JA!….NEIN!…..DOCH!……NICHT…..
    Ein Aussenstehender der mich in diesen Augenblicken sehen könnte,würde mich,so steht zu fürchten,einweisen lassen.Ich empfinde diesen Vorgang,als Zwiegespräch(das ist hier durchaus wörtlich zu nehmen) mit der Arbeit und verändere meine Position vom Schaffenden zum Rezipienten.
    Es ist mir ganz ernstlich ein Trost,hier lesen zu dürfen in meinem Wahnsinn keinesfalls allein zu sein;).

    michele - 9. Mai 2009 um 15:56 Uhr

  8. ha michele, genau, der einweisung entkommen wir aber immer wieder! ;-)
    ich habe bilder:
    weggesperrt, wieder rausgeholt, in verwahrung gegeben, die sofortige herausgabe verlangt, versucht zu vergessen und zerstören, habe sie verflucht und bin reumütig wieder zurückgekehrt …

    es passiert, dass ich - meist nachts - fluchtartig das atelier verlasse, nach hause gehe, mich schlafen lege, wieder aufstehe, mich anziehe, ins atelier gehe, weiterarbeite …
    drei bis viermal hintereinander - zum glück habe ich nur 5 minuten zu laufen.

    wenn man so berühmt wie verrückt wäre, wäre es “gar nicht schlecht fürs g’schäft”, wie der österreicher sagt. ;-)

    Karin - 9. Mai 2009 um 16:17 Uhr

  9. “wenn man so berühmt wie verrückt wäre, wäre es “gar nicht schlecht fürs g’schäft”, wie der österreicher sagt. ”

    Naja, Karin, aber daran arbeiten wir ja massiv. Wobei man mir schon nachsagt, ich versuche noch verrückter zu werden, um berühmt dafür zu sein :-)
    Aber wenn es gut für´s Geschäft ist ;-)

    Ein ganz guter Trick dabei ist, sich ständig einzureden, daß man ja irgendwann das Bild nochmal fertig machen könnte. Dann lasse ich es in der Regel in Ruhe, und wenn ich mich ersteinmal in das nächste verbissen habe, ist es mir irgendwann wieder egal. Dann wird es erst dann wieder dramatisch, wenn es einer haben will.

    Wie arbeitest du eigentlich , Karin? An einem Bild oder an mehreren gleichzeitig?

    Ich mache in der Regel Serien, da ich nach einem Shooting eine Menge Fotos habe, und sich erst mit der Zeit zeigt, welches sich am besten umsetzen läßt und zu einer Idee taugt.

    Michael Strogies - 9. Mai 2009 um 17:13 Uhr

  10. Ich habe mir das jetzt bildlich vorgestellt:).so - rein in die Klamotten,ab ins Atelier,Licht an,Verwirrung,?????,Bild!…Licht aus…..Grossartiger Filmplot!Die Künstlerin und ihr Werk(Arbeitstitel/die 1.).Filmtitel:Der alltägliche Wahnsinn oder Warum Mutti wollte ,das ich etwas anständiges lerne!

    ähhhh,wisst ihr jetzt wieso mein Atelier 5m vom Schlafzimmer und nur 2 m vom PC entfernt ist.Ersteres sorgt für mehr Schlaf und zweiteres unterbricht die,denn doch nicht ganz gesunde,konversation mit dreidimensionalen kunstgegenständen;).

    michele - 9. Mai 2009 um 17:17 Uhr

  11. michael, ich arbeite in der vorbereitungsphase meist an mehreren bildern eines bestimten themas, wobei es manchmal chaotisch zugeht, da ich die motive untereinander tausche und kombiniere (im kopf, meine ich).
    wenn ich dann male und ich bin in der hauptphase, ist es wie mit einem liebhaber: einer reicht, aber dafür volles programm! ;-)
    der trick, sich ständig einzureden, daß man ja irgendwann das bild fertig machen könnte, ist klasse, ich fürchte aber, das funktioniert bei mir leider nicht.
    ich bin ja überzeugt, dass ich die lösung gleich oder sehr bald und jetzt aber ganz bestimmt sofort finden werde und dann probiere ich es halt … solange, bis ich für mich eine aushaltbare lösung gefunden habe oder bis ich das bild zerstört habe.
    zerstören ist mnchmal super, man darf vor der eigenen arbeit keine “ehrfurcht” haben … ;-)

    Karin - 9. Mai 2009 um 18:08 Uhr

  12. Meine Arbeiten fürchten mich, nicht umgekehrt :-) Aber manchmal bin ich ja auch ihr schlimmster Feind :-)

    Was man jetzt sehr unterschiedlich deuten kann.

    Aber an der Stelle muß ich dann immer meinen Morgenstern loswerden:

    Lass die Moleküle rasen,
    was sie auch zusammenknobeln!
    lass das Tüfteln, lass das Hobeln,
    heilig halte die Ekstasen.

    Vorwort aus den Galgenliedern von Christian Morgenstern. :-)

    Michael Strogies - 9. Mai 2009 um 18:26 Uhr

  13. Ach?Michael!Dann ist das sicher von dir,oder?
    “Wenn sie mich schon nicht lieben,dann sollen sie mich wenigstens fürchten!”

    michele - 9. Mai 2009 um 18:35 Uhr

  14. Kennst du den Maler, der morgens das Atellier betritt, mit Pinsel und Palette bewaffnet und schreit:….”Na, kommt raus ihr Feiglinge !!!” :-)))))

    Michael Strogies - 9. Mai 2009 um 18:43 Uhr

  15. Ich habe gerade noch eine weitere Skizze oben eingefügt. Ich denke, daß ist eine Alternative dazu, jedesmal wieder einen neuen Artikel aufzumachen.

    Michael Strogies - 10. Mai 2009 um 11:43 Uhr

  16. [...] wie ich das zumThema “Haunt” noch machen werde, habe ich hier auch mit den Begriffen gespielt. Text und Bild arbeiten teilweise [...]

    » it`s so dreal - 21. Mai 2009 um 19:19 Uhr

  17. [...] Das Shooting mit Stella liegt schon einige Zeit zurück (Siehe auch hier ) [...]

    » Kniendes Mädchen (Stella) - 17. September 2009 um 19:24 Uhr

Antwort hinterlassen




tadalafil user Cialis 5 Cealis net cialis geneic cheapest cialis; Comparison Between Viagra Levitra Cealis cialis comments Lilly cialis generic cialis soft 217. Cealis Viagra Dialate Blood Vessels q cialis restrictvalue web cialis patient assistance program Cealis And Lopressor cialis generic pharmacy online cialis en ligne de pharmacie Coumadin Cealis australia viagra cialis supply cialis alternative, Cealis what is better levitra viagra cialis cialis sales comercial Viagra Cealis India taking cialis and viagra together 5 mg cialis Viagra Cealis cialis segmentation are enseignes sp cialis es, Comparing Cealis And Viagra hiv drugs and interactions with cialis