Leave Britney Alone

Die Idee kam im Rahmen unserer Diskusson über unser Manifest in Bezug auf Amateure und Hobbyisten. Wie dort bereits  beschrieben hat Christian Henner Fehr in seinem Blog den Fall des Britney Fans gebracht, dessen Video über das Unrecht was Britney Spears angetan wird, mittlerweile weltweit Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, und Chris Crocker  zu einem “famous, because I´m not famous”-Guy hat werden lassen.

Hier nochmal das Video : watch?v=kHmvkRoEowc

In dem Beitrag wird eine Kultur beschrieben, die sich im Internet schon seit einiger Zeit auftut. Leute machen Videos, andere nehmen das auf, entwickeln die weiter, machen Persiflagen dazu, mit teilweise hoher, technischer Qualität. Das geht soweit, daß es von Musikvideos Versionen gibt, die besser sind als das Original.

Verschwimmen hier nicht die Grenzen zwischen Profi und Amateur?

Nach unserer Defintion des Künstler zeichnet er sich ja dadurch aus, daß er gegenüber anderen einen gesamten kreativen Prozess abliefert. Das heißt, er reagiert nicht nur auf irgendwelche Vorgaben, sondern legt sich gegenüber seinem kreativen Tun die Rechenschaft in Bezug zu seinem kreativen Gesamtprozess ab. Das tut in der Regel der Fan nicht. Er arbeitet an einem Projekt, für einen kurzfristigen Effekt.

Aber sieht man sich den kreativen Prozess einmal genauer an. Im romantischen Sinne gibt es die “Inspiration” des Künstlers. Eine nette Umschreibung für Ideenklau. Wo fängt Inspiration an, und wo werden handfeste Urheberrechte geistiger Art verletzt.

Von viele renommierten Künstlern ist überliefert, daß sie immer einen Dunstkreis von Leuten um sich hatten, deren Ideen sie ohne zu überlegen übernommen und umgesetzt haben. Ohne daß deren Namen grossartig erwähnt wurden.

Das WEB ändert diesen Tatbestand nun, und gibt ihm aus meiner Sicht eine reizvolle Variante. Ideenaustausch wird dokumentiert, und ist jederzeit nachvollziehbar. Auch ein Punkt, der für “spursuche” wichtig ist.

Was ist also, wenn eine Arbeit von einem sogenannten “Amateur” “inspiriert” wird. Seine Spuren sind in dem Ergebnis nachweisbar. Ist er dann Mitproduzent……eines Kunstwerkes, daß nach unseren Kriterien als solches gilt? !! Ist er dann auch Künstler, oder was ist er dann?

Ich habe hier einmal ganz bewußt den Weg gewählt, mich sehr konkret auf das Video von Chris Crocker zu beziehen. Es ist für meine Arbeit eine absolute Steilvorlage, weil er natürlich genau das vorlebt, was ich in meinen Arbeiten thematisiere. Er ist geradezu ein Katalisator, erlebt Medienwirklichkeit als echte Realität und erzeugt eine neue.

Ich habe mir die einzelnen Bilder des Videos runtergeladen und in einzelnen Zeichnungen nachbearbeitet. Die Arbeitsweise ist aufwendig, ich kenne sie, weil so habe ich bereits in unzähligen Musikvideos gearbeitet.

Die einzelnen Bilder sind dann in Steelenformen umgearbeitet worden. Das Konzept der  Steelen, jede für sich soll hier 40 x 220 cm haben, habe ich bereits für eine Ausstellung für die 3000 Sendung von “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” entwickelt. Hier das Bild imit Yvonne Catterfeld beim signieren zum RTL-Spendenmarathon.

 

Die Steelen an sich sind austauschbar, und können in beliebiger Form miteinander kombiniert werden. Das Bild für RTL bestand aus 16 einzelnen Leinwänden.

Das Prinzip der Steelen ist für mich hart. Weil ich die Zeichnungen alle normal im Querformat erstelle, und dann bei der Auswahl der Steelen immer nur Auschnitte wählen darf. Den Rest eigentlich wegwerfe. Es sind wirklich sehr schöne Zeichnungen, die ich aber leider niemandem zeigen darf.

Aber genau diese Arbeitsweise ist das, was rüberkommen soll. Der Betrachter soll spüren, das etwas fehlt. Das er mehr sehen will. Aber genau das wird es nicht geben. Genau das geht in dem Jungen vor, der dargestellt ist. Er will weit mehr erzählen, als das, was in den engen Gegebenheiten möglich ist. Es gibt nur Splitter, die man sich zuetwas zusammenfügen kann, wie man es will. das ist das Konzept der Steelen.

Was hier vielleicht als akademische Frage rüberkommt, trägt in sich ein ungeheures Potential.

Wenn nämlich im Form des Nachweises der Spur im kreativen Prozess auch Amatuere als Inspirationen benannt und ihrer Wirkung gewürdigt werden, erzeugt das eine bisher noch nicht dagewesene Szene, wie auch immer man diese benennen mag.

Hieraus ergibt sich rückwirkend wieder eine neue Art der Identifikation mit Kunst, und das ist ja numal das Thema, für das “spursuche” angetreten ist.

 

Hier gibts was zu tun ;-)

23 Antworten zu “Leave Britney Alone”

  1. noch von einem befreundeten, begnadeten Commedian und Moerator reinbekommen :

    http://www.youtube.com/watch?v=coCA_mPKx5Y&feature=related

    Und darauf:

    http://www.youtube.com/watch?v=Buz4mPd0NK0
    2 Millionen Klicks sprechen für sich

    Michael Strogies - 14. Mai 2009 um 00:30 Uhr

  2. Hallöchen und guten Morgen,
    ein sehr interessantes und wichtiges Thema. Mir stellt sich spontan die Frage: ist derjenige der die Idee weiterverarbeitet ein Künstler oder ggfs nur erfolgreicher, weil er ein guter Handwerker ist oder eben die Marktchancen besser nutzt.
    Das Thema “Urheberrecht” ist aber ja immer wieder und überall ein Thema und wurde in den letzten Jahren sehr verschärft behandelt, bleibt die Frage: wie wird tatsächlich damit umgegangen.
    Fröhliche Grüße
    Ulrike

    UlrikeSSK - 14. Mai 2009 um 08:00 Uhr

  3. Übrigens Michael,
    die Arbeit gefällt mir außerordentlich gut …….
    hatte ich ganz vergessen………. muß ja mal gesagt werden :-)
    Ulrike

    UlrikeSSK - 14. Mai 2009 um 08:07 Uhr

  4. Fakt ist, dass an einem kreativen Prozess auch mehrere Personen beteiligt sein können. Und ob Du die dann Amateur oder Profi nennst, ist ziemlich egal. Diese Unterscheidung lässt sich in meinen Augen nicht aufrecht erhalten, denn jeder Mensch kann kreativ sein…

    Christian Henner-Fehr - 14. Mai 2009 um 20:33 Uhr

  5. Hallöchen Christian,
    es ging nicht darum ob jmd kreativ ist oder nicht, denn kreativ kann jeder Dödel, jedes Kind, jeder Mensch sein und sogar Tiere, sondern es ging darum wer ein Künstler ist und wer nicht und wem ggfs das Urheberrecht zusteht oder ein Teil davon oder wie auch immer ;-)
    Aber du hast sicherlich Recht, dass ggfs mehrere Personen an einem kreativen Prozess beteiligt sein können, wobei letzendlich der der Künstler ist, der das Kunstwerk erschaffen hat und seinen Namen drauf pinselt :-)
    Kreative Grüße
    Ulrike

    UlrikeSSK - 14. Mai 2009 um 23:13 Uhr

  6. Hallo Ulrike

    ersteinmal Danke für Deine Resonanz.

    Tatsächlich ist es für mich eine sehr wichtige Arbeit, weil sie mir ganz neue Ansätze gebracht hat. An der Stelle nochmal Dank an Christian für seine Arbeit, ohne die ich nie auf diesen Punkt gekommen wäre.
    Mir geht es gar nicht um Urheberrechtsfragen oder sonstige Dinge. sondern ersteinmal um Würdigung geistiger Leistungen.

    Wenn ich als Künstler Ideen aufnehme, sie verwende, und wie Du sagst meinen Wilhelm drunter setze, erzeuge ich doch unbewußt eine Anti-Haltung derjenigen, die zu der Arbeit wie auch immer beigetragen haben, und deren Leistung ich mit meiner Unterschrift ausschliesse. Andersherum…….wenn ich diese Arbeit öffne, und den Dialog suche , mich auf Anregungen beziehe, werden diese sich doch auch anders miteinbezogen fühlen.

    Das ist mal der Maßstab im ganz kleinen. Wenn das aber im Internet passiert, in einem Millionen Medium, kann sich hier an diesem Punkt wirklich etwas verändern

    Mit spursuche sind Diskussionen, wie jetzt hier unsere, auch in 10 Jahren noch ablesbar. Jeder wird jederzeit nachvollziehen können, wann wo welche Anregungen von wem gekommen sind, und was über Jahre daraus geworden ist.

    Michael Strogies - 15. Mai 2009 um 01:31 Uhr

  7. Dann möchte ich mal,für die Nachwelt ,anmerken,dass es mir zunehmend wurscht ist,ob jemand Amateur oder Profi ist.Mich interessiert allein die Qualität der Arbeit.
    Und gute Arbeit ist,machen wir uns nix vor,leider auch stets Konkurrenz.Daran aber kann ich mich messen und reiben, dilletantische “so als ob Kunst” ist mir schnurrz!
    Kunst entsteht,wo sie als solche wahrgenommen wird.Sicher ist Michael`s künstlerische Bearbeitung eine qualitative Erweiterung des Ausgangsvideos,aber das eigentliche Werk ist für mich das Video selbst.Dabei spielt auch überhaupt keine Rolle,dass die Schöpfer des Videos an “Kunst” vermutlich nie gedacht haben.Das hat der Hersteller des “Pissoir” von Duchamp wohl auch nicht getan.

    michele - 15. Mai 2009 um 10:05 Uhr

  8. @Ulrike: nein, mir geht es nicht um das Urheberrecht, sondern um die Frage, ob ein Kunstwerk so etwas wie ein Endpunkt ist oder nur ein Punkt auf einer Zeitleiste, an den sich weitere Punkte (=Kunstwerke) anschließen? Im zweiten Fall verliert das Kunstwerk an Absolutheit, denn es reiht sich ein in eine Kette von Kunstwerken, von denen manche besser, manche schlechter sein mögen.

    Ich kann natürlich als Außenstehender gut reden, denn ich bin nur Beobachter. Und als ein solcher erscheint mir Micheles Hinweis auf das vorhandene Konkurrenzdenken wichtig, denn diese Form der Abgrenzung widerspricht der Sichtweise, ein Kunstwerk ist eines unter vielen, aufgereiht wie auf einer Kette.

    Christian Henner-Fehr - 15. Mai 2009 um 18:25 Uhr

  9. Auch mir geht es nicht um Urheberrecht, sondern eher um Urheberschaft, wobei auch das schon fraglich ist. Kunst ist ja eine Geisteswissenschaft, und in der Wissenschaft ist es üblich, das Thesen von Personen aufgegriffen, weiterentwickelt oder modifiziert werden. Das entspricht dem Bild von Christian. Jede wissenschaftliche Errungenschaft ist eigentlich nicht mehr als eine Momentaufnahme. Mal gibt es Erkenntnisse, die einen revolutionären Charakter haben, wie beispielsweise die Relativitätstheorie, mal gibt es kleinere Erkenntnisse, die vielleicht auch nur als Anregung für die nächst größere dienen.

    Die Konkurrenzsituation, die Michele anspricht, ist das, was die Kunstszene zu dem hat werden lassen , was sie ist. Hier wird in einem perfiden System kontrolliert, wer in das Spiel integriert wird, um den Markt überschaubar zu halten, und vor allem nicht mehr Künstler in das System einzulassen, als dieses gebrauchen kann. Ähnlich wurde auch in der Musikindustrie verfahren, das Resultat ist bekannt.

    Michael Strogies - 15. Mai 2009 um 22:52 Uhr

  10. Dann drehen wir doch in Zukunft die Frage mal schlichtweg um.
    Nicht ,wieviele Künstler das System braucht,sondern,wieviel System der Künstler braucht.Und da werden wir wahrscheinlich zu der erstaunlichen Erkenntnis gelangen,dass das Betriebssystem Kunst mehr verhindert,denn fördert.Zumindest in seiner jetztigen Form.Dieses System ist,auch wenn es nicht gern gehört wird,allein nach den Prinzipien kapitalistischer Wirtschaftsweise aufgestellt und wie alle solcherart aufgestellten Systeme wird es den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht.Ich weise nur auf das Finanzsystem und seine aktuellen Probleme hin.
    Doch es reicht nicht das System zu kritisieren.Wir,die Kunstschaffenden,müssen uns schon an die eigen Nase fassen.Unkollegialität und fehlende Solidarität machen es interessierten Kreisen leicht den Gesamtmarkt nach gutdünken zu manipulieren und zur optimalen Gewinnmaximierung zu nutzen.
    Künstler, die Galeristen wer weiss wohin kriechen, sind schädlicher,als Hobbiisten die uns Wände in der Stadtsparkasse Dortmund-Eichlinghofen wegschnappen.

    das soll erst einmal reichen;)!
    get happiness attacked
    MICHELE

    michele - 16. Mai 2009 um 10:18 Uhr

  11. Ich sehe das genau so. Auch wenn mir viele immer wieder klar machen wollen, daß es sie nicht gibt. Ich sehe viele Parallelen zur Musikindustrie. Auch hier gab es und gibt es sie immer noch, Bestrebungen den Markt zu kontrollieren. Welche Bands ans Publikum gelassen werden. Mit unserer Agentur stars2meet öffnen wir als ein kleines Rädchen im Gesamtgetriebe auch den unabhängigen Bands Promotionmöglichkeiten, die ansonsten nur von Majors geboten werden. Die ersten Jahre wurden wir dafür nicht ernst genommen, das hat sich geändert, und mittlerweile lassen einige massiv ihre Muskeln spielen.

    Aber natürlich ist der Prozess nicht mehr rückgängig zu machen, und die Independents haben sich einfach auch bereits etabliert.
    Der Vorteil der Musik ist es jedoch, daß es sich bei ihr um ein Medium handelt, was Web2.0 kompartibel ist, und sich für das Medium Internet eignet. Das ist für die Musik Fluch und Segen zugleich.
    Die bildene Kunst hat den Nachteil, daß sie für das Web zu sperrig ist. Kunst, wie wir sie kennen,lebt von der direkten, realen Begnung. Deswegen tun sich zur Zeit auch alle Portale, die sich mit Kunst beschäftigen, relativ schwer. Web und Kunst laufen in ihren Anforderungen konträr.

    Um letztlich diesen letzten Damm aufzubrechen und, wie Christian es in seinem Blog beschreibt (http://kulturmanagement.wordpress.com/2009/05/15/mit-hyperlinks-gegen-die-hierarchie/) die bestehenden Hierarchien aufzubrechen, ist es Aufgabe der Kreativen eine Kunst zu entwickeln, die auch im Web funktioniert. Sozusagen eine medien-kompartible Form bildender Kunst zu entwickeln, und die Inhalte und Methoden von Kunst auf das Medium Web 2.0 zu übertragen.

    Ein Ansatz war für mich, und das meine ich durchaus ernst, die Aktion der Besetzung eines Threads http://www.spursuche.de/2009/04/21/die-spursuche-besetzt-die-kunstgruppe-straight-art-bei-xing/
    die sicherlich spontan und noch nicht ausgereift war, aber dennoch dazu angetan ist, das Wesen Kunst zu vermitteln.

    Und der weitere Punkt ist, und daher diese Arbeit hier, den kreativen Prozess zu einem Werk immer mehr auch im Internet stattfinden zu lassen. Für die Entwicklung des Prozesses, wie wir es ja mit spursuche zum Konzept gemacht haben, im Internet stattfindet, ist er für jeden erreichbar, nachvollziehbar. Jeder kann eine Beziehung zu diesem Prozess aufbauen. und letztlich geht es ja bei Kunst um nichts anderes. Wo dann die entsprechenden Exponate ausgestellt werden ist zweitrangig.

    Kunst braucht also kein besseres Internet, sondern Web2.0 braucht eine mediengerechte Kunst.

    Michael Strogies - 16. Mai 2009 um 12:23 Uhr

  12. Eben da genau beginnt mein persönliches Net-Problem;).Ich produziere “alte” traditionelle Kunst,völlig ungeeignet für die Präsentation im Web.Zweidimensiomale Kunst wird im Web noch flacher,dreidimensionale wird zweidimensional und?…richtig auch flach;).
    Die eigentlich wirksame Dimension im Netz ist das Wort.Ein beachtliches Problem der bildenden Kunst.Ich habe früher immer gesagt:”Könnte ich meine Kunst (be-)schreiben,ich wäre Schriftsteller und nicht Maler geworden.”Bingo!…und böse Falle!
    Denn.
    Wie nutze ich ein Medium für das weder ich noch meine Arbeit geeignet scheinen?
    Sicher,ich kann künstlerische Threats,wie den von Michael angesprochenen bei Straight Art,initzieren und mitgestalten,aber bin ich dann noch ein bildender Künstler,ein professioneller bildender Künstler?
    Ein Maler wäre ich dann sicher nicht mehr!
    Welche Konsequenzen hat all das für meine Arbeit?Welche Konsequenzen sind zu ziehen?
    Wie stets im Leben stehen am Anfang die Fragen - Antworten hoffe ich hier mit anderen gemeinsam zu finden.
    MICHELE

    michele - 16. Mai 2009 um 12:40 Uhr

  13. hi Michele

    wie du weißt sehe ich immer die Kombination von Netz und real. Netz alleine für sich macht nur dann Sinn, wenn der User dadurch auch ein reales Erelbnis hat. Deswegen sehe ich das Ganze überhaupt nicht pessimistisch. Es muß immer eine Kombination von digitalem Netzwerk mit einem realen Netzwerk sein. Nur dann wird das Ganze nachhaltig erfolgreich.

    Übrigens zu der politischen Persepektive von spursuche hier mal ein Link:

    http://www.trendbuero.de/index.php?f_articleId=3538

    Zitat:
    “In der Herstellung sozialer Gerechtigkeit steckt laut Bolz die entscheidende Herausforderung auf dem Weg zu einem modernen Kapitalismus. Deutschland ist seiner Meinung nach der Staat mit den besten Ausgangsbedingungen, Sozial- und Rechtsstaat miteinander zu vereinbaren. Es fehlt jedoch an Unternehmern, die Stellung beziehen, statt Profiten nachzueilen. Bolz vertritt den Standpunkt, dass Idealisten, die aktiv ihre Zukunft gestalten, die gesellschaftlichen Hoffnungsträger in der Krise sind. ”

    Naja, und den letzten Satz hätten wir ja nicht besser formulieren können :-)

    Michael Strogies - 16. Mai 2009 um 13:04 Uhr

  14. Ich bin ja garnicht pessimistisch;)!Ich lege den Finger lediglich in ganz offensichtliche Wunden.Nur so werden wir Bewegung erzeugen - notwendige Bewegung,Wenn ich sehe wie,mit schwindender Krise,die Rückkehr zum Gewohnten angestrebt wird,dann macht mir das Sorgen.Die politischen Rezepte in diesem Wahljahr sind alles(parteiübergreifend) nur nicht neu.Betrachte ich die Aktivitäten vieler Kollegen im Web,so komme ich aus dem gähnen nicht mehr raus.
    Ich will DAS nicht und ich will NEUES.Das macht Arbeit,aber auch eine ganze Menge Spass(hoffe ich;).
    Michele
    bildender Künstler & gesellschaftlicher Hoffnungsträger

    michele - 16. Mai 2009 um 13:45 Uhr

  15. > Es fehlt jedoch an Unternehmern, die Stellung beziehen, statt Profiten nachzueilen. Bolz vertritt den Standpunkt, dass Idealisten, die aktiv ihre Zukunft gestalten, die gesellschaftlichen Hoffnungsträger in der Krise sind.
    Das sehe ich genauso, aber es fehlt nicht nur an Unternehmern, sondern überhaupt an Menschen mit Rückrat und Selbstbewußtsein Veränderungen voran zu bringen und in Kauf zu nehme und den Entscheidungsträgern der Gesellschaft gewohnte Spuren zu verlassen und Neues zu probieren, zu zulassen, auch wenn die eigene Bequemlichkeit darunter leidet.
    Aber das kann keiner alleine, das geht nur im Kollektiv wo man sich aufeinander verlassen kann ohne Angst zu haben, dass der eine dem anderen etwas streitig macht, ohne Neid und Mißgunst.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

    UlrikeSSK - 16. Mai 2009 um 21:40 Uhr

  16. Wir leben in einer Zeit, in der wir quasi gezwungen werden , umzudenken. Und der Prozess ist ja in voller Bewegung.

    Ich habe da immer das Bild von der Titanic vor Augen. Wann ist der richtige Zeitpunkt, von Board zu gehen. Geht man zu früh, droht man zu erfrieren. Geht man zu spät, zieht einen das Boot nach unten.

    Ich liebe den Film. Was ich aber nie verstanden habe….wenn man weiß, daß zu wenig Rettungsboote vorhanden sind…..und man weiß, daß man alles Material der Welt zu Verfügung hat, um weitere, wenn auch behelfsmässige zu bauen…..warum hat man die Zeit nicht genutzt? Man hätte Flösse bauen können, um wenigstens die Passagiere vom eiskalten Wasser fernzuhalten.

    Auf die Kunst übertragen…. die meisten Künstler wissen, wie die Dinge stehen. Aber es wird sich lieber in Ecken gekuschelt, um sich gegenseitig zu bedauern, als die Dinge progressiv anzugehen.

    Es geht nicht um Revolution. Es geht nur um eine klare Sicht und ein kontinuierliches Weiterarbeiten.

    Verlassen kannst Du Dich auf die Menschen, die das Thema verstanden haben.

    Alle anderen richten ihr Fähnchen nach dem Wind, der gerade am heftigsten zu blasen scheint.

    Michael Strogies - 17. Mai 2009 um 22:38 Uhr

  17. danke für deine detaillierte, spurenerklärende beschreibung deines werkes und der durch- und beleuchtung der spuren.
    die arbeit “Leave Britney Alone”, unabhängig von den spuren,
    hat sehr viel ausstrahlung, erfasst das innere in mir und wirft fragen auf.
    für mich war und ist es gut erst mal ohne erklärung sich einem werk zu nähern.
    und dann, wenn verständlich beschrieben (wie hier bei dir) der weg ersichtlich gemacht wird.
    dann habe ich mindestens zweimal gesehen, zweimal verstanden und nachgedacht und vertrautheit gewonnen für weitere blicke.

    mARTina - 18. Mai 2009 um 15:42 Uhr

  18. Das Gucken soll durch das Lesen ja auch nicht ersetzt werden ;-)

    Michael Strogies - 18. Mai 2009 um 21:52 Uhr

  19. Auch wenn man noch soviel Dinge erzählt. Am Ende bleiben nur Bilder? Nein, am Ende bleibt ein Gefühl, daß man an den Rezipienten überträgt. Das kann Demut heissen, das kann Aufbegehren sein. Das kann Mut zu Fehlern heissen, das kann Kapitulieren bedeuten. Es kann heissen, ich bin gefangen, es kann heißen , ich will da raus.

    Die Menschen nehmen keine Bilder mit, wenn sie ein Museum verlassen. Aber hoffentlich Gefühle.

    Michael Strogies - 19. Mai 2009 um 00:44 Uhr

  20. [...] und Bild arbeiten teilweise sehr abstrakt gegeneinander. Wiederum in Steelenform wie auch schon bei “Leave Britney alone”. Die Steelen sind auch wieder gegeneinander [...]

    » it`s so dreal - 21. Mai 2009 um 19:27 Uhr

  21. [...] Versionen einer Zeichnung in einen Ablauf zu bringen. Als Variation der Senkrechten wie bei “Leave Britney Alone” jetz mal in der Waagerechten und auf einem [...]

    » Frau am Strand - 27. Mai 2009 um 23:16 Uhr

  22. [...] vom Künstler zur Folge. Es knüpft an eine für mich ohnehin noch offene Diskussion zum Thema Hobbyismus [...]

    » Spuren des Web2.0 - 18. November 2009 um 16:11 Uhr

  23. [...] meinen Arbeiten üblicherweise Fotografien verwendet, die ich selber erstellt habe, so bin ich bei “Leaver Britney Alone” das erste mal ein Stück weiter gegangen. Ich habe mich Materials bedient, daß  von anderen [...]

    » Mauermenschen, Menschenmauern. - 18. Juli 2010 um 19:11 Uhr

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