Einblick durch Rückblick
Ich arbeite jetzt schon annähernd 25 Jahre als bildender Künstler (nicht zu verwechseln mit “eingebildeter” Künstler :-). Mitte der 80er Jahre habe ich erste Ausstellungen gemacht. Angefangen mit sehr fragilen, penibel ausgeführten Bleistiftzeichnungen. Es folgten Aquarelle.
Erstaunlich (insbesondere für Michael, nehme ich an) war eine lange Auseinandersetzung mit der PopArt. Dann viel Kubismus eine lange Zeit Surrealismus (neben den üblichen Verdächtigen, auch und besonders Francis Picabia) und immer wieder Picasso und die gesamte klassische Moderne. Anfang der 90er intensive Beschäftigung mit Kandinsky, Mondrian und Malejewitsch. Mitte des Jahrzehnts eine schon fast “naive” Phase, mit sehr sehr viel Farbe (selbst die ungeliebten Erdtöne). Zum Jahrtausendwechsel allerdings war die Farbe fast vollständig aus meinen Arbeiten verschwunden. Nur mehr schwarz und weiß mit wenigen roten Akzenten. Teilweise waren die Werke monochrom. Zum ersten Mal tauchte die mit Spachtel strukturierte Leinwand auf. Das war wohl der Einstieg in die rein informelle Kunst. Eine Ausnahme bildet nicht nur thematisch, die “Bahnhofstraße”, aber die ist eben sehr “speziell”.
Im Jahre 2006 hat es mich zur Farbe zurückgetrieben. Es entstanden 60 teils große Ölarbeiten. Die heutige Handwerksweise ist zu damaligen Zeit entstanden: Ölfarbe auf einer Struktur aus Spachtelmasse mit Quarzsand. Die Arbeiten 2006 sind ausschließlich mit dem Spachtel ausgeführt. Das ist einer der entscheidenden Unterschiede zu den Werken von heute. Auch wenn es überraschen wird, so ist die Farbpalette dieselbe geblieben: Echt Rot und Gelb, Preussisch Blau und Elfenbein Schwarz, sowie Titan Weiß. Genug geschrieben, Kunst sollte man sehen, um sie zu verstehen.







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Jetzt bin ich aber doch ein wenig stolz darauf, daß bei dir “herausgekitzelt” zu haben. Ersteinmal finde ich die Arbeiten, mir gefallen spontan mal die ersten beiden , sehr gut, und zweitens enthalten die Arbeiten eine Menge Informationen darüber, warum Du heute das tust, was Du tust.
Spuren eben.
Wer soll sie entdecken? Nicht deine Erben, oder?
(das ist ein gemeinsames Thema zur Zeit, ich weiss:(:)
Michael Strogies - 2. November 2009 um 01:35 Uhr
Mein Erbe freut sich schon lange darauf,nach meinem Ableben,die grosse Kohle mit meinen Arbeiten zu machen.Jedenfalls behauptet er das ständig ;).
Ich war gestern selbst erstaunt über die gezeigten Bilder,hatte ich sie doch sicher zwei jahre nicht angeschaut.
Wo die herkommen gibt es noch unzählige,und weit ältere,Arbeiten und wer weiss…
michele - 2. November 2009 um 09:47 Uhr
Also Michele was soll man sagen , Michael hat recht. Ohne diese Arbeiten werst Du nicht wo Du heute bist und es wird auch klar das die Sizilienbilder die logische Weiterführung dieser Spuren, auch der “Buchstabenbilder”, ist.
Cornelius - 2. November 2009 um 11:41 Uhr
In meinem Besitz befinden sich u.a. Arbeiten aus den Jahren 1975/76,also aus einer Zeit vor einer professionellen Ausbildung an der Folkwangschule.Auch aus allen weiteren Schaffensperioden existieren Arbeitsbeispiele.Der Stil,die Themen und auch die Mittel haben stets gewechselt.Das ging soweit,dass selbst treue Sammler und Freunde jeder Ausstellung mit Neugier (und bisweilen mit Sorge ) entgegen gesehen haben.
Wenn ich aber heute die Arbeiten aneinanderreihe so ergibt sich eine geschlossene und in sich logische Folge.Nichts wäre möglich und zwangsläufig ohne das Andere.
Sicher bedarf es in der bildenden Kunst einer ordentlichen handwerklichen Grundlage,aber was dann kommt ist Lebens- u.Werkerfahrung,grad so wie beim Führerschein.
Es ist ohne Belang ob uns die hinterlassenen Spuren gefallen oder nicht.Sie sind und sie sind wichtig,untrennbar mit uns und unseren Werken verbunden - nicht nur in der Kunst.
michele - 2. November 2009 um 17:36 Uhr