Spuren einer Selbstfindung

braun-schwarz , rot und dann gold. Acryl auf verbranntem Papier und Mullbinde 22×31 cm

 

 

Einem grossen, sauberen Bild, ein kleines dreckiges hinterher. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dem Ausdruck von Jubel ein kleine Randnotiz verpassen zu müssen.

 Ein Land, braun, dann schwarzvebrannt. Rotes Blut , die Wunden notdürftig versorgt, und dann mit ein bißchen Wirtschftswunder Gold übermalt. Hastig die Spuren der Vergangenheit verwischen.

Und nach einer Wahl fällt dem Land der Dichter und Denker tatsächlich nicht mehr ein, als das Heil im Wundermittel Wirtschaft auch weiterhin zu suchen?

35 Antworten zu “Spuren einer Selbstfindung”

  1. Oh,ha! Brachialsymbolik vom Modelmaler! Starker Tobak! Nix Popart ,nix artig! Hart am Informell ,mit ganz viel Initial!
    Hier hat einer schnell dazugelernt und die eigenen Vorurteile abgelegt .
    Gut so. Weiter so.
    Ich würd jetzt gern was kritisieren…….mir fällt aber leider nichts ein.
    Nun ja, wie kommst du auf das Land der Dichter und Denker? Die Zeiten sind längst vorbei - wenn es sie denn je gegeben hat.

    michele - 16. November 2009 um 10:00 Uhr

  2. Eigentlich ist es vom Stil her doch gar nicht so viel anders als meine anderen Arbeiten. Mit Collage und insbesondere den Mullbinden und verbrannten Papieren habe ich ja schon an anderer Stelle gearbeitet.

    Allerdings ist hier das Model nicht ganz so attraktiv ;-)

    Michael Strogies - 16. November 2009 um 12:37 Uhr

  3. Ja,Michael!Eigentlich nicht anders,aber Uneigentlich etwas völlig verschiedenes.Gut so!
    Und ja! Die Farben der Nation empfand ich stets als unattraktiv,da braucht es garkeine Modelmädels zum Beleg ;)!
    Das Farbempfinden der Dichter und Denker war wohl noch nie vom feinsten und ein bisschen Gold blendet leider auch brilliante Hirne.
    Die durchklingende “Kapitalismuskritik” in deinen begleitenden Worten finde ich unerwartet,aber durchaus interessant :P

    michele - 16. November 2009 um 13:56 Uhr

  4. Dem Kapitalismus stehe ich immer schon skeptisch gegenüber. Alleine aus dem Grund, daß ein Größer-Besser-Schneller irgendwann an seine Grenzen stossen muss und wird. Ein Baum wächst ständig, aber am Ende nur noch sehr wenig, weil er eine genetisch vorgegebene Größe eben nicht überschreiten wird.

    Jedoch bin ich pragmatisch genug, unter den vorgegebenen Verhältnissen Ziele zu realisieren.Wir leben in einer Demokratie, was will man mehr. Und eine Mehrheit hat sich für die Verhältnisse entschieden, die wir nun 4 Jahre haben werden.
    Also arbeitet man eben unter und mit den Möglichkeiten, die das Spiel bietet.

    Michael Strogies - 17. November 2009 um 00:48 Uhr

  5. Morgen Michael,

    so bist Du halt. Das ist so und so sehe ich das. Das Schwarz ist sicher auch heute noch relativ braun und wenn ich schwarz rot und gelb mische, dann kommt auch braun dabei heraus.

    Ich versuche das immer etwas differenzierter zu sehen. Wir leben mit reinischem Kapitalismus der immer weiter verwässert (Auflösung der sozialen Marktwirtschaft). Die Denke in der Gesellschaft ist relativ braun (schlimm genug) und Demokratie und Freiheit in der wir leben sind auch ziemlich relativ. ( http://www.spursuche.de/2009/05/12/geburtstagsspur/ ) Jeder ist von höheren Instanzen abhängig und wer nicht abhängig ist, der verliert die Bodenhaftung.

    Wenn Du das Bild “Wir..” genauer betrachtest relativiert sich der Jubel auch ziemlich deutlich.

    Cornelius - 17. November 2009 um 11:15 Uhr

  6. Das geht blöderweise dem Kapitalismus mit mir ganz genau so - er steht mir skeptisch gegenüber :).

    Schön ,dass du auf die Möglichkeiten des “Spiels”(allerdings eines das täglich Unmengen Menschenleben verbraucht) hinweist. Ich freue mich nämlich sehr,dass z.b. unsere Studenten -u.Schülerschaft ihre Möglichkeiten aktuell wieder nutzt! Wir sollten da ganz an ihrer Seite stehen,als Künstler und Staatsbürger.
    Es wird Zeit verstärkt am Blattgold dieses Systems zu kratzen.
    Du schreibst:
    Wir leben in einer Demokratie,was will man mehr.
    Keine Ahnung was “man” will.
    Ich will mehr Demokratie!

    michele - 17. November 2009 um 11:21 Uhr

  7. > Ein Land, braun, dann schwarzvebrannt. Rotes Blut , die Wunden notdürftig > versorgt, und dann mit ein bißchen Wirtschftswunder Gold übermalt. Hastig > die Spuren der Vergangenheit verwischen.

    
Hallo Michael,
    

Spontan fiel mir dazu eine Zeile aus Bert Brechts “Freiheit und Democracy” ein.

    

… Vornweg schritt ein Sattelkopf
    
Und er sang aus vollem Kropf:
    
”Allons, enfants, god save the king 

    Und den Dollar, kling, kling, kling.” 



    Dann in Kutten Schritten zwei 

    Trugen ‘ne Monstranz vorbei. 

    Wurd die Kutte hochgerafft 

    Sah hervor ein Stiefelschaft. 



    Doch dem Kreuz dort auf dem Laken
    
Fehlen heute ein paar Haken 

    Da man mit den Zeiten lebt 
Sind die Haken überklebt. 



    das ganze Gedicht kann man hier nachlesen. 

    http://www.alfa1.de/az-ged.html 



    Ich war ein wenig am Überlegen, was ich sage oder ob ich was sage, 
und hab entschieden, ins Wasser zu springen und trau mich sagen, dass die Arbeit in ihrem gerade ersichtlichen Zustand für mich persönlich so leider NOCH nicht funktioniert. 


    Die Ansätze sind soweit alle da, jedoch fehlt mir ihre Weiterführung 
in die Tiefe, auch was die handwerkliche Ausführung betrifft.

    
Für mich hast Du bei dieser Arbeit einen Weg begonnen, der für die Arbeit 
noch nicht zu Ende gegangen ist … für mich hat hier der Prozess erst begonnen … 
Fänd es aber durchaus erstrebenswert ihn fortzuführen, auch für diese Arbeit. 



    Liebe Grüsse

    Yehudis - 17. November 2009 um 11:58 Uhr

  8. honey, ich vermisse das “hackenkreuz” - gerne auch als kreuzstick - ohne dunkelheit kein licht, auch im kapitalismus…

    es lebe das system!

    Danja - 17. November 2009 um 12:16 Uhr

  9. Hallo Yehudis,

    ich sehe das genauso. Für mich ist das Ganze bestenfalls eine Skizze, die ich eben nebenher mal gemacht habe. Eine “visuelle Randnotiz”.
    Für mich ist die Spursuche dazu da, nicht nur fertige Arbeiten zu präsentieren, weil das ja auf jeder HP von jedem Künstler geschieht. Wichtiger als die endgültige Arbeit ist mir der Weg dahin.
    Ich sehe hier auch mittlerweile eine ganze Serie entstehen, weil man mit dieser völlig eingeschränkten Symbolik und der Art der Darstellung verschiedene Aspekte herausarbeiten kann.

    Fertig ist es noch lange nicht. Aber wie Du richtig schreibst, der Start eines Prozesses.

    Michael Strogies - 17. November 2009 um 12:44 Uhr

  10. Michael, dann sind wir uns ja einig. ;-) War auch mein Gedanke … visuelle Randnotiz … Skizze …
    Dann bin ich schon mal gespannt, auf den weiteren Prozess …

    Yehudis - 17. November 2009 um 12:51 Uhr

  11. Hallo Michele,

    mehr Demokratie wagen ist eine viel gebrauchte Platitüde, die immer hübsch klingt. Ich kenne keinen, der da nein sagen würde.
    Aber wo sind die alternativen Entwürfe in der Umsetzung?

    Michael Strogies - 17. November 2009 um 12:53 Uhr

  12. Weder ist “mehr Demokratie ” eine Platitüde noch eine hübsch daherkommende Phrase. Sie ist die natürliche Aufgabe der Weiterentwicklung des demokratischen Gedankens.
    Ich kenne viele, zu viele, die da “Nein” sagen, einer von ihnen sitzt jetzt im Finanzministerium, nachdem er im Innenministerium sein Unwesen getrieben hat.
    Wir brauchen keine “alternativen Entwürfe”, wir müssen nur das Vorhandene mit Leben erfüllen und ausbauen.
    Im übrigen klingt dein letzter Satz eher nach “Totschlagargumentation” denn nach Aufforderung zu Diskussion, das sollten wir uns schenken.

    michele - 17. November 2009 um 13:08 Uhr

  13. Wie kann eine Frage ein Totschlagargument sein. Ich meine, mit Spursuche arbeiten wir doch an einem alternativen Weg, wenn auch in einem sehr kleinen Teilsegment.

    Michael Strogies - 17. November 2009 um 13:17 Uhr

  14. Ein ausgesprochen kleines Segment.
    Wie eine Frage ein Totschlagargument sein kann? Da kannst du jeden Kriegsdienstverweigerer fragen.
    Mir wird das hier und jetzt zu “tricky”.
    Spursuche bedeutet für mich nicht,mich über alles auch öffentlich austauschen zu müssen.

    michele - 17. November 2009 um 13:25 Uhr

  15. http://www.youtube.com/watch?v=Wse434yxO8E

    Yehudis - 17. November 2009 um 14:43 Uhr

  16. Ja, darum geht es wohl und darin sind wir denn auch geeint.
    Und deshalb entschuldigt sich Michele bei Michael für kleinlichiches Wortgeklingel und Haare spalten.
    Nein sagen - statt rumquengeln !

    michele - 17. November 2009 um 14:55 Uhr

  17. Ich verstehe nicht wirklich, was daran tricky ist, nach einem Entwurf zu fragen, der mehr Demokratie ermöglicht, als die Demokratien, die wir zur Zeit haben.
    Das Problem ist doch eher, daß wir zuwenig Menschen haben, die die Möglichkeiten, die sich ihnen bieten, wirklich wahrnehmen. Wobei ich mich nicht ausnehme. Ist unsere Regierung wirklich die, die wir wollen, oder nur die, die wir bekommen haben, weil ein immer grösserer Prozentsatz gar nicht mehr sein Recht auf Mitbestimmung nutzt.
    Und hier meine ich kann spursuche eigreifen. Wenn jeder wieder Spaß an seiner eigenen Geschichte bekommt,wird er auch wieder merken, wie wichtig für sein Leben auch der geschichtliche Kontext ist, in dem er sich befindet oder befunden ha.
    Demokratieermüdung ist vielleicht ein natürlicher Prozess der Demokratie, die die Gründer beispielsweise auch unserer Verfassung nicht berücksichtigt hatten. Und vielleicht der grösste Feind der Demokratie ist.

    Michael Strogies - 17. November 2009 um 23:38 Uhr

  18. Hallo Michael,

    und wie willst Du mehr Menschen erreichen?
    Da muss ich Michele schon zustimmen mit dem
    ausgesprochen kleinen Segment und angesichts der
    Tatsache, dass die heutige bildende Kunst ein elitär
    abgehobener Kreis ist, der die Wurzeln
    die wenigste Zeit erreicht oder gar - was noch
    wichtiger wäre - nährt …

    Bildung, Bildung, Bildung, sag ich da nur.
    Ich kann etwas nicht respektieren und mich
    daran erfreuen, wenn ich es nicht kenne und es
    mir auf eine Weise nahe gebracht
    wird, die mich erreicht.

    Demokratieermüdung?
    Ist ja ein schreckliches Wort.
    Hab Probleme mir sowas vorzustellen.
    Klingt wie Freiheitsermüdung.
    Der Ruf nach dem Führer … da ich
    selbst zu müde bin … ?

    Yehudis - 18. November 2009 um 09:07 Uhr

  19. Michael, nicht deine Frage finde ich tricky , sondern Tonfall und Richtung dieser vorgeblichen “Spursuche”. Auf die Frage als solches habe ich auch schon geantwortet und ich werde es dabei belassen.
    Mein Posting etwas weiter oben habe ich durchaus ernst gemeint und ich möchte da keinesfalls wieder hinter zurückfallen.
    Im Übrigen glaube ich weder an Demokratiemüdigkeit noch, und schon garnicht, an Freiheitsmüdigkeit. Was die Menschen müde macht sind politische, wirtschaftliche und bürokratische Bevormundung und Ausbeutung.Und das nicht nur in Deutschland.
    Die bildende Kunst spielt dabei keine und /oder eine eher unrühmliche Rolle.

    michele - 18. November 2009 um 09:26 Uhr

  20. Hallo Michael,

    Du fragst nach einem Entwurf der mehr Demokratie gewährleistet? Es ist auf jeden Fall ein Paar Grundsätze die zunächst erfüllt sein müssen.

    1. Die Trennung von Legislative, Judikative und Executive muss gewährleistet sein. Dies bedeutet das z.B. Juristen nichts in den Parlamenten zu suchen haben, ebensowenig wie Lehrer, Polizisten und Verwaltungsmitarbeiter. Dies gilt auch für Menschen die diesen Beruf dann, als Parlamentarier, nicht mehr in dem Beruf tätig sind.

    2. Lobbyismus muss verboten werden, da es sich hier um unangemässene Einflussnahme handelt.

    3. Die Medien müssen sich auf eine Ehrenkodex verpflichten und ihre plitische Ausrichtung offenlegen.

    Dann sind wir der Demokratie schon etwas näher.

    BG

    Cornelius

    Cornelius - 18. November 2009 um 13:26 Uhr

  21. “Was die Menschen müde macht sind politische, wirtschaftliche und bürokratische Bevormundung und Ausbeutung.”

    Hiermit nennst Du Ursachen für die Ermüdung, die ich nachvollziehen kann. Wir kommen dabei nur an die Frage wer zuerst da war, die Henne oder das Ei? Denn Fakt ist ja auch, daß die Vertreter, die den Kurs bestimmen, von uns gewählt worden sind. Und das meinte ich mit einer Demokratie die wir haben, und die ersteinmal aus meiner Sicht funktioniert. Man kann natürlich das Wahlverfahren und soweiter anzweifeln…?
    Die nächste Frage ist dann, warum eine größer werdende Zahl sich der Wahl verweigert. Neben sicherlich einem Prozentsatz an Leuten, die politisch uninteressiert sind (warum sind sie das?) auch ein Teil, die in der politischen Landschaft kein Angebot finden, von dem sie sich repräsentiert fühlen. Dann kommt die nächste Frage…warum gibt es das nicht?

    Ist eine wachsende Konsumorientierung hier einer der Gründe? Als Gegenpol dagegen sehe ich strukturelle Veränderungen von Organisationen, die sich durch das Web 2.0 anbahnen, und die ich für uns als sehr interessant empfinde. Ein spannendes Thema, was im übrigen hier gerade diskutiert wird.

    http://kulturmanagement.wordpress.com/2009/11/11/npo-blogparade-die-internen-voraussetzungen-fur-den-erfolgreichen-social-media-einsatz/

    Michael Strogies - 18. November 2009 um 14:36 Uhr

  22. @Cornelius

    zu 1. Wer soll dann aus Deiner Sicht in den Parlamenten sitzen? Ist es nicht der Ansatz für Demokratie, daß man gerade möglichst die Gesamtheit von Interessen im Parlament vertreten hat? Warum das Ausgrenzungen treffen?

    zu 2. Bin ich voll und ganz bei Dir. Die demokratische Funktion von Lobbyismus habe ich nie wirklich verstanden. Vielleicht erklärt den mal einer

    zu 3.
    Mit dem Kodex bin ich wiederum bei Dir. Aber: Wie soll das umsetzbar sein? Willst du private Medien verbieten, oder denen einen Kodex abverlangen? Dann würdest du in die Privarsphäre von Wirtschaftsunternehmen eingreifen. Würdest Du ihnen dann vorschreiben wollen, welche Kunden sie bedienen dürfen und welche nicht?
    Wo beginnen für Dich Medien? Ist ein Blog wie dieser hier bereits ein Medium, oder fängt es für Dich an? Sollten wir dann schon gezwungen werden, eine politische Ausrichtung klar zu manifestieren? Was ist, wenn sich unsere Ausrichtung ändert?

    Michael Strogies - 18. November 2009 um 14:49 Uhr

    Michael Strogies - 18. November 2009 um 14:50 Uhr

  23. > Denn Fakt ist ja auch, daß die Vertreter, die den Kurs bestimmen, von uns gewählt worden sind.

    Du weisst doch selbst, dass das nur bedingt, äusserst bedingt, zutrifft.
    Vielleicht wählen wir ja gerade noch die politische Vertretung (doch viele haben auch hier bereits eingeschränkte Möglichkeiten z. B.durch Bildungsferne). Die wirtschaftliche und bürokratische Ebene entzieht sich der Einflussnahme des Bürgers fast vollständig. Es wäre Aufgabe der Politik hier andere Bedingungen zu setzen. Das aber ist anscheinend nicht gewollt und nicht gewünscht. So wird untereinander aufgeteilt was einst als Demokratie angefangen hat. Die Demokratie nach dem Krieg mag das Ei gewesen sein,was daraus geworden ist,ist eine dummes Huhn.
    Die Wahrscheinlichkeit,dass sich dieses Huhn auch im Web die Körner pickt scheint mir ausgesprochen gross.

    michele - 18. November 2009 um 14:58 Uhr

  24. Hi Michele,

    zu dem Thema Internet werde ich gleich ein neues Thema eröffnen.

    Nur ein Beispiel: Myspace ist/war eine der wichtigsten Portale für die Musiker. Nach dem Kauf durch den Major Universal ist ein klarer Knick entstanden. Heute sind es Portale wie Facebook die das Rennen machen.

    Es entzeiht sich ehrlich gesagt meiner Kenntnis, ob der Knick bereits vorher stattgefunden hat, bevor Universal den Kauf getätigt hat, oder hinterher. Das Beispiel zeigt jedoch, daß Kapital alleine hier nicht zwingend das Rennen macht.

    Aber wie gesagt, dazu an anderer Stelle mehr.

    Michael Strogies - 18. November 2009 um 15:07 Uhr

  25. Da du grad Facebook erwähnst. Im Deutsch/Israelischen Forum bei Xing war da gerade eine angeregte Diskussion. Facebook gehört anscheinend , überwiegend einem sehr, sehr reichen jüdischen Amerikaner und die Aufregung befasst sich damit, dass u.a. gerade bei Facebook viele antisemitische, neo-und altfaschistische Gruppen unzensiert ihr Unwesen treiben. Die Frage nach Protest und Petitionen kam auf, nur war allgemeine Meinung, DAS würde nix bringen und die Chefetage von Facebook absolut kalt lassen.
    Na? Wenn da mal nicht doch das Kapital das Rennen macht !
    Wenn es Geld bringt wird es eingesackt, das Web, da bin ich sicher. Ohne Rücksicht auf Verluste! Ohne Moral! Alles andere halte ich für naiv.
    Und damit das auch in “Ruhe und Ordnung” über die Bühne gehen kann, bereitet die Politik alles schon mal vor, mit Online Überwachung u.ä..
    Ich fürchte wenn ich hier so fröhlich weiterschreibe interessiert sich demnächst noch der Verfassungsschutz für mich……Hallo?….Warum flackert hier jetzt der BIlDscrrrrrrikalaoljodjsioaksksjbvc cchc ssgggvc98uezruruuu…………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

    michele - 18. November 2009 um 15:31 Uhr

  26. Mit den social Networks ist es wie mit dem TV. Man kann es einfach lassen und gehen. Und das ist immer noch das stärkste Argument gegenüber Betreibern, von dem ja auch regelmässig Gebrauch gemacht wird, sonst gäbe es ja nicht diese Fluktuationen. Was ich oft nicht verstehe, warum Leute darüber so diskutieren. Wenn ich etwas nicht mag, nutze ich es einfach nicht. Ich esse ja auch keinen Joghurt, der eklig ist. Warum nutze ich Netzwerke, die mir nicht passen?

    “Schwarmintelligenz” ist völlig unabhängig von Kapital und absolut nicht planbar und nicht durch Media-Etats künstlich erschaffbar. Das Thema ist in der Musikindustrie viel diskutiert und auch gut untersucht. Wenn das alles steuerbar wäre, würden in der Musik nur noch Hits poduziert werden. Das dem nicht so ist, beweist die Unplanbarkeit. Auch Kapital kann nicht alles erzwingen und läuft oft dem Markt hinter. Nicht immer, aber ich glaube immer öfter

    Michael Strogies - 18. November 2009 um 16:33 Uhr

  27. Michele, bez Facebook hab ich in letzter Zeit nicht den neuesten Stand, will aber anmerken, dass Du sowas auch immer vor einem amerikanischen Verständnis von Meinungsfreiheit sehen musst, dass sich anders gestaltet als hier. Dort darf sich jeder frei äussern, ob es Inhalte betrifft, die dir und mir nicht passen oder ob uns einer nach dem Mäulchen redet. Freedom of speech! Wenn ich egal wer ich bin, mich diesem Grundsatz nicht verschreiben kann bei solchen Plattformen bin ich in der falschen Branche. Stell Dir vor … eine Demokratie die so stabil ist, dass man tatsächlich sagen darf, was man will … und die Äusserung von Naziparolen oder antisemitischem Mist fällt auch darunter … Verfassungstechnisch würde man nur eingreifen, wenn es strafliche Vorgänge sind. Ist ein ziemlich radikaler Gedanke, aber spinne ihn einmal vor dem positiven Zusammenhang WIRKLICHER Meinungsfreiheit weiter …

    Yehudis - 18. November 2009 um 17:52 Uhr

  28. Da würde ich nicht widersprechen.Mir diente das Ganze auch lediglich als aktuelles Beispiel, davor zu warnen das Web zu idealisieren und mögliche Verstrickungen nicht aus den Augen zu verlieren.
    By the way…Burda ist seit heute Mehrheitsaktionär von XING ;)

    michele - 18. November 2009 um 18:05 Uhr

  29. lacht* Michele, was dann wiedereinmal mehr beweist, wie Kapital Trends hinterherläuft. Denn wer ist “xing” ;-)

    Ich bin weit davon entfernt das Web zu idealisieren. Aber seine Existenz hinterläßt ebenfalls Spuren. PR-Konzepte funktionieren heute anders, weil es zuviele Kanäle gibt, die für Organisationen, egal ob NPO, Firmen oder politische Parteien oder was auch immer, nicht mehr zu kontrollieren sind. Tendenz steigend.
    Fazit: Glaubwürdig scheinen kann nur noch der, der glaubwürdig ist.
    Und das wird Folgen haben.
    http://www.spursuche.de/2009/11/18/spuren-des-web20/

    Michael Strogies - 18. November 2009 um 18:29 Uhr

  30. Das Web hinterlässt fürwahr seine Spuren und es wird seine Folgen haben, das sehe ich wie du.
    Bei mir werden es wohl über kurz oder lang Magengeschwüre sein,wenn ich nicht aufpasse.;)

    michele - 18. November 2009 um 18:43 Uhr

  31. Ist eben alles auch eine Frage der richtigen Dosierung :-)

    Michael Strogies - 18. November 2009 um 19:07 Uhr

  32. Klug…….,aber ich wollte in unserem Blog ja keine bösen Worte benutzen.:P

    michele - 18. November 2009 um 19:14 Uhr

  33. Kinders, was wären wir denn alle hier ohne das Web … ich wär keine einzigem von euch im Leben jemals sonst begegnet … Nur mal um auch ein bissl was positives am Rande zu sagen … ;-)

    Yehudis - 18. November 2009 um 19:43 Uhr

  34. Guten Morgen!
    wie Michael schon weiter oben sagte: das Web ohne reale Rückkoppelung und Fortführung ist nur die halbe Miete.
    Ich selbst habe über das Web Künstlerkollegen kennen gelernt, mit denen ich mittlerweile real befreundet bin, ich habe “Geschäftskontakte” geknüpft, die sehr fruchtbar waren und noch sind, sogar Käufer meiner Arbeiten sind mir übers web ins haus geschneit … ohne Web wäre ich regional ziemlich isoliert, weil ich keine besonders extrovertierte Person bin, die sich überall, wo es “wichtig” wäre, aufhalten möchte…
    Was mir am besten daran gefällt ist, dass man sich weit über den eigenen Kreis hinaus bewegt, über den Tellerrand guckt und mit interessanten und neuen Ansichten konfrontiert wird …
    Das wäre so, hier in Berlin Charlottenburg, nicht möglich - oder ich müsste ständig unterwegs sein und käme kaum mehr zum Nachdenken und Arbeiten …

    Karin - 19. November 2009 um 10:01 Uhr

  35. Nicht ,dass ich hier völlig missverstanden werde ;)!
    Ich liebe das WEB !Ich brauche das WEB!Es ist unverbrüchlicher Teil meines Lebens!Ohne WEB kein WEBer!…ähhh,kein MICHELE!

    michele - 19. November 2009 um 11:17 Uhr

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